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Donnerstag, 29. November 2018

"Alkoholmissbrauch ist eine Familienerkrankung"

Informierten mit einer Infoaktion über Alkohol- und Medikamentenmissbrauch: Georg Spilles (Mitte), Leiter der Psychosozialen Beratung der Caritas, und seine Kollegin, Gunde Mehren. Ebenfalls dabei: Vorstandsmitglied des Caritasverbandes Rhein-Erft, Heinz-Udo Assenmacher.

Rhein-Erft-Kreis – Wie können Abhängige Wege aus der Sucht finden und ihr Verhalten dauerhaft ändern? Wie können sich Angehörige vom Suchtverhalten Ihrer Partner, Väter oder Mütter abgrenzen und trotzdem helfen? Dies waren zwei zentrale Fragen, um die es bei der Infoaktion des Caritasverbandes Rhein-Erft zum Thema Sucht ging.

„Man darf bei Süchten nicht vergessen, dass auch das Umfeld des Betroffenen unter dem Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch leidet. Alkoholmissbrauch ist sozusagen eine Familienerkrankung“, betont Georg Spilles. Der Leiter der Psychosozialen Beratung der Caritas in Kerpen-Sindorf stand am Hörer und per Chat mit seiner Kollegin Gunde Mehren Rede und Antwort.


In Gesprächen und Beratungen gehe es deshalb oft darum, den Angehörigen bei der Abgrenzung zum Betroffenen zu helfen. Damit sie nicht für ihn beim Arbeitgeber lügen und ihn krankmelden, ihn nicht betrunken von der Familienfeier nach Hause fahren. „Dafür müssen wir die Angehörigen stark machen. Im schlimmsten Fall kann es dann bis zur Trennung führen“, so Spilles weiter.


Der Missbrauch sei ein schleichender Prozess. Das daraus erwachsende Problem werde deshalb oft erst zu spät wahrgenommen. In der Beratungsstelle melden sich häufig Männer und Frauen mittleren Alters, die bereits seit Jahren Alkohol und Medikamente in hohem Maße konsumieren und merken, dass es so nicht weitergehen kann. Die Gründe für Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bis hin zur Entwicklung einer Abhängigkeit sind dabei vielfältig. Der wohlige Rausch helfe Betroffenen zum Beispiel eine Weile, Überforderungen im Alltag oder traumatische Erlebnisse besser zu ertragen.


„Denken Sie daran, wie oft Sie selbst sagen ‚morgen mache ich Sport‘ und es dann doch nicht tun. Wie viel schwerer muss es für Betroffene sein, den Rausch aufzugeben? Nichts ist schwerer als eine Verhaltensänderung“, betont Spilles.


Genau daran arbeiten die Mitarbeiter der Beratungsstelle mit Hilfsbedürftigen und Angehörigen. Nach einer ambulanten Therapie werden über 50 Prozent der Betroffenen stabil abstinent. Die Psychosoziale Beratung der Caritas erreicht man unter der Telefonnummer 02273 - 527 27 oder per Mail unter psychosozialer-dienst(at)caritas-rhein-erft.de.

 

- Quelle: Caritasverbandfür den Rhein-Erft-Kreis e. V.

- Foto: Kaspar Müller-Bringmann


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