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Thursday, 08. September 2022

Zum Schutz von Blauwalen verlegt weltgrößte Reederei MSC Route vor Sri Lanka

Blauwal vor Sri Lanka mit einem Containerschiff im Hintergrund. Die Schifffahrtsstraße führt an dieser Stelle direkt durch einen wichtigen Lebensraum der Wale. Immer mehr Unternehmen wählen nun eine weiter südliche gelegene Route.

Eine der weltgrößten Schifffahrts- und Logistikkonzern, die MSC-Gruppe, verlegt seine Schiffsrouten südlich von Sri Lanka, um Kollisionen mit bedrohten Blauwalen zu vermeiden. Damit umfahren MSC-Containerschiffe ein Gebiet, in dem sich die meisten Blauwale des nördlichen Indischen Ozeans aufhalten. Mit der neuen Streckenführung reagiert die Reederei auf Informationen der Umwelt-NGOs OceanCare und IFAW (International Fund for Animal Welfare).

Die Küstengewässer vor der Südspitze Sri Lankas sind seit jeher eine Herausforderung für Seeleute. Das Gebiet ist nährstoffreich, weshalb sich Blauwale das ganze Jahr über hier aufhalten. Die Gefahr von Kollisionen mit Walen, Walbeobachtungs- und kleinen Fischerbooten ist groß. Das aktuelle Verkehrstrennungssystem führt die Schiffe mitten durch das Walhabitat südlich von Dondra Head.

"Mit diesen kleinen Änderungen leistet MSC einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Wale. Zusammenstöße mit Schiffen enden für Wale häufig tödlich und auch die Population vor Sri Lanka ist gefährdet. Schiffskollisionen sind sowohl ein Problem für den Artenschutz als auch für das Wohlergehen der einzelnen Wale. Schon ein angefahrener Wal ist einer zu viel", kommentiert Andreas Dinkelmeyer, Kampagnenleiter Meeresschutz, IFAW Deutschland.

"Die Verlegung der Schifffahrtsroute hat das Potential, das Schicksal der Blauwale vor Sri Lanka zu wenden. Sie ist ein Signal für die Regierung Sri Lankas, jetzt effektive Maßnahmen zu ergreifen und die offizielle Schifffahrtsroute für alle Handelsschiffe aus dem Lebensraum der Blauwale heraus zu verlegen", erklärt Nicolas Entrup, Direktor für internationale Beziehungen bei OceanCare.

Das Risiko für Wale mit Handelsschiffen zu kollidieren wäre 95 Prozent geringer, sobald das Verkehrstrennungsgebiet und damit alle Schifffahrtsrouten 15 Seemeilen, etwa 28 Kilometer, weiter südlich der jetzigen Schifffahrtsstraße verliefe. Wissenschaftliche Untersuchengen der Walverbreitung in dem Gebiet an der Südspitze Sri Lankas kamen zu diesem Ergebnis.

Deshalb befürworten der Weltschifffahrtsrat (WSC) und andere wichtige Organisationen der Schifffahrtsbranche wie auch die Internationale Walfangkommission (IWC) die Verlagerung der Route, um Wale zu schützen und die Sicherheit der Schifffahrt zu erhöhen. Bislang blieben die Aufrufe an die Regierung Sri Lankas jedoch unbeachtet. Mit der Routenänderung setzt MSC Walschutz proaktiv in die Praxis um, doch der Großteil des Schiffsverkehrs fährt nach wie vor durch den Kernlebensraum der Wale.

Im Juni rief der Verband Deutscher Reeder (VDR) als Reaktion auf die Initiativen von IFAW und OceanCare seine Mitglieder ebenfalls dazu auf der weiter südlich verlaufenden Routenempfehlung zu folgen, um Wale zu schützen. Damit das Verkehrstrennungsgebiet offiziell verschoben werden kann, muss die Regierung Sri Lankas bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) einen Vorschlag einreicht, die die Verschiebung in sichere Gewässer beschließt.

Verkehrstrennungsgebiete werden in der Seefahrt genutzt, um den Schiffsverkehr in viel befahrenen Gebieten wie etwa der Straße von Gibraltar sicherer zu machen. Jeder Fahrrichtung wird dafür eine Fahrspur zugewiesen.

Blauwale (Balaenoptera musculus) sind die größten lebenden Tiere der Erde mit einer geschätzten Lebenserwartung von 80 bis 90 Jahren. Die Blauwale vor Sri Lanka werden bis zu 25 Meter lang und unterscheiden sich durch ihre Klicklaute von den anderen Blauwalen. Die Rote Liste der IUCN stuft Blauwale als „gefährdet" ein. Die Gewässer vom Südwesten bis zum Osten Sri Lankas wurden außerdem von der IUCN SSC-WCPA Marine Mammal Protected Area Task Force als wichtiges Meeressäugetiergebiet (IMMA) ausgewiesen.

- Quelle: OTS: IFAW - International Fund for Animal Welfare

- Bilder: IFAW/Christian Loader


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