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Monday, 30. August 2010

Gut besucht, große Nachfrage - 22. Kunsttage Rhein-Erft

Pulheim – 22. Kunsttage in der Abtei – Guter Besuch, zufriedene Künstler – Zwar hatte es am ersten Tag, dem Samstag, Wolkenbrüche gegeben, die in der Regel heftig, aber kurz waren, so wurden die Ausstellungsmacher, also der Landkreis, die Künstler, die Besucher und die Gastronomie auf dem Abteigelände am Sonntag belohnt: Die Menschen kamen in Strömen. Nach Auskunft der befragten Künstler und des Kulturreferenten im Kreis, Engelbert Schmitz, waren die Besucher sehr interessiert und kauften auch kräftig ein. Viele Künstler hatten hier Premiere, andere, wie der Sinnersdorfer Bildhauer Holger Hagedorn oder die Kunstmalerin Friederike Vahlbruch, die in Bälde in Frechen ein neues Atelier beziehen wird - wir hatten darüber berichtet. sind nicht das erste Mal hier.

 

Ein Rundgang bestätigt auch in diesem Jahr - wie schon in den Jahren zuvor - wir hatten mit großer Fotostrecke berichtet - die große Qualität der ausgestellten Werke, seien es Tafelbilder, Rauminstallationen oder Skulpturen. Von den 48 hier präsenten Künstlern - wir hatten diese namentlich aufgeführt - bzw. Gruppen haben wir 10 ausgesucht, um sie näher darzustellen.

 

"Herbst"

Gabriele M. Bernst-Bathen (Jahrgang 1951) lebt und arbeitet in Neukirchen-Vluyn, malt Tafelbilder, „aus einem Guss“, wie sie sagte. Auch das hier ausgestellte, „Herbst“ aus dem Jahre 2010, ist so „aus der Hand geflossen“, ohne große Skizze, sondern durch „spontane Inspiration“. Die gebürtige Duisburgerin hat an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert und verdient isch ihren Lebensunterhalt zusätzlich zur freien Malerei auch noch durch eine Malschule.

 

„Hexenzank 2010“

Andreas Noßmann (1962 in Hilden), begeleitet von Frau Kerstin, ist heute von vielen Zeichnungen umgeben, dessen Thema immer wieder der Mensch ist, etwa dessen „7 Todsünden“. Die Botschaften auf den mit Bleistift, Farbstift und Aquarell hergestellten Werken ranken sich um Mythen, Vorurteilen und komödienhaft dargestellten Szenen; ganz deutlich zu sehen bei dem Werk „Hexenzank 2010“ – siehe Fotostrecke. Der Vater von zwei Kindern hat seine Ausbildung in Wuppertal erfahren, hat dort Kommunikationsdesign studiert; seine Lehrmeister waren die Herren Professoren Aretz, Sensen und Badura.

 

Der einzige Ausländer unter den Ausstellern heute war Guiseppe Lamers aus Roermond in den Niederlanden. Lamers (1966 in Roermond) macht einen gut aufgelegten Eindruck und erklärte mit ruhigen Worten seine Werke, die hier – 25 Exemplare - alles Unikate – zu sehen sind. „Meine Botschaft“ geht zwar von jeder einzelnen Figur aus, aber es geht dabei immer um den Menschen, mal als Ganzfigur, mal als Halbfigur geschaffen. Die typischen Werkstoffe bei Lamers sind grober, weißer Ton – gebrannt bei 1230 Grad – und/oder schwarzer Ton, der bei 1300 Grad gebrannt wird. Seine Plastiken schwanken in der Größe von 30 bis 120 Zentimetern. Lamers` Arbeiten werden noch intensiver, wenn er, so seine Aussage, mit Hilfe eines Archtitekten alsbald ein eigen konzipiertes Atelier wird beziehen können. Nicht zuletzt hat er eine große Ausstellung am 17. Oktober 2010, 12.00 - 18.00 Uhr: Burg, Korstenstraat 16, Herten-Roermond (NL). Infos: www.guiseppe-lamers.nl.

 

“Perfektion und Zerstörung“

Nach der Begegnung mit „Friedel“, die die Kunsttage regelmäßig besucht, und die für die Werke des Bildhauers Georg Müller schwärmt („herrlich, wie sich das Gestein anfühlt!“) – siehe Fotostrecke – traf ich Erika Post (1959 in Opladen) , deren Werke im Innenhof zu sehen sind und fast druchweg auffallende Merkmale aufweisen: Rostfarbene Skulpturen schwanken in ihrer Physiognomie zwischen „Perfektion und Zerstörung“, so die Künstlerin, die schon dreimal an den Kunsttagen teilgenommen hat - und zeigen „Vergänglichkeit“, abzulesen an den Rissen der Skulpturen – siehe Fotostrecke. Erika Post, die in Bochum studiert hat (Lehrer: Professoren Dr. Qi Yang und Konrad), hat seit 2000 Ausstellungen. „Ich komme nächstes Jahr wieder“, wenn es mit der Bewerbung klappt!“

 

Cornelia Harrs (1958) ist gelernte Theatermalerin und lebt in Bonn. Die Tafelbilder von ihr lassen sich auf den Nenner bringen: „Es darf gelacht werden!“ – so die Botschaft ihrer Werke nach eigenem Bekunden der Künstlerin. In der Tat: Die mit Öl auf Leinwand gehaltenen Bilder zeigen den Menschen in misslichen und weniger misslichen Situationen, die mal Mitleid, mal Schadenfreude beim Betrachter hervorrufen. Das szenische Mittel bei ihr ist unverkennbar die Satire, und lässt Assoziationen auf ihre mutmaßlichen Vorbilder Daumier und A. Paul Weber zu. Harrs hat ihr Atelier in Remagen und arbeitet „jeden Tag!“

 

Nach den Werken des Pulheimer Nachwuchses –man sieht die Werke von 40 Schülern der Klassen 4. bis 8. - , betreut von den Kunstlehrerinnen der Donatusschule Lydia Larue, Barbara Wirtz und Barbara Elsbroek – siehe Fotostrecke – besuchte ich Kathrin Thelen (1972, Karlsruhe).

 

Die in Bedburg lebende Photographin Kathrin Thelen beschäftigte sich zunächst mit der analogen Photographie, seit 2004 mit der digitalen Variante. Generalthema ihrer Werke ist das Wasser. Ihre Bilder zeigen, was passiert, aber das mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, wenn Wasser mit anderen Gegenständen (oft Obst!) in Kontakt treten. Ergebnisse sind faszinierende Fotos, etwa das Herabsinken von Erdbeeren („Erdbeer-Splash“) – siehe Fotostrecke.

 

„Schwarze Klänge“

Nach einer kurzen Stärkung beim Catering „XIII Apostel Restaurant“ aus Köln und einem Schnack mit der Marketing-Verantwortlichen Petra Vogelsang begegnete ich dem Maler und Bildhauer David Gericke (1965, Mendoza, Argentinien), der auch schon in 2009 dabei war, begleitet von seiner Lebensgefährtin Alexandra. Der Künstler, seit 1994 in Köln lebend, zeigte diesmal nicht nur Tafelbilder, sondern auch Plastiken. Die zentrale Botschaft seiner Bilder und Plastiken sind die Darstellung der „Trennung von Realität und Träumen“; entsprechend lauten auch die Titel seiner Werke:. „Schwarze Klänge“, „Die geheimen Dinge der Seele – usw.

 

Die Tafelbilder von Benno Busch (1960, Jena) sind unverkennbar Resultat einer typischen Malschule, die große Maler hervorgebracht hat; einer der größten war sicher Werner Tübke, der dort, wo Busch, Vater von drei Kindern, lebt und arbeitet, nämlich in Bad Frankenhausen, seine „Bauernkriegs-Rotunde“ in jahrelanger Arbeit erstellt hat. Der gelernte Restaurator ist ein präziser Handwerker und brilliert auch in seinen Themen mit Kompositionen mit einer Menge historischer „Tiefe“, „Vom Sein“ zeigt die Tragik des (nackten) Sein des Menschen zwischen Erde und Himmel, der vergeblich erklommen werden will, auch mit Hilfe von Tauben; alles bleibt am Ende eine große Illusion, so lässt sich das Bild auf einen Nenner bringen. Je nach Format und Aufwand kosten seine Bilder, bestehend aus Öl auf Leinwand, zwischen 1.500 und 8.000,- Euro.

 

„Existentielle Zustände“

Verena Patzke (1968) ist hier mit Collagen vertreten, die eine Assoziation mit der großen Hanna Höch zulassen, einer der Virtuosinnen dieses Genre. Die detaillierten Szenen, so die Künsterlin, „zeigten existentielle Zustände und Erfahrungen, die jedem vertraut sind“ – oft humorvoll dargestellt. Ihr schöpferischer Prozess beginnt mit dem Zerlegen bzw. Zerschneiden von Abbildungen, etwa aus Zeitschriften, und münden im Zusammensetzen der Schnipsel zu neuen Motiven. Daraus erwachsen für den Betrachter, so Patzke, „neue Assoziationen“.

 

Nicht nur Verena Patzke, auch andere befragte Künstler zeigten sich am Ende zufrieden, viele hatten „gut verkauft“ und der „Macher“ der Kunsttage, der auch persönlich die Führungen für das Publikum übernommen hatte, zeigte sich „sehr zufrieden“, gerade angesichts der „unsicheren Wetterlage“ an diesem Wochenende. „Wir fangen jetzt mit den Planungen für 2011 an!“ – Die Kunsttage 2011 finden dann hoffentlich bei durchweg sonnigem Wetter statt, was man den rundherum zufriedenen Besuchern für 2011 nur wünschen kann.

- Text/Foto/Fotostrecke: Dr. Ernst Hoplitschek

 


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