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Dienstag, 22. Februar 2011

"Bürgerbegehren – Vom Mythos des mündigen Bürgers. Fortschreitender Vertrauensverlust in Politik am Beispiel der Kommune Pulheim." - Eine Zuschrift an die OZ

Pulheim - Uns erreicht heute ein Schreiben des "Bürgers Dr. Stelzner" zur Probleamtik "Gesamtschule" bzw. zum Bürgerentscheid dazu. Wir "drucken" einen Teil dieser Info ab; weiterlesen bitte am Ende des Textes, wo es zu den "Leserbriefen" der OZ geht - (d. Red.) .

 

"Bürgerbegehren – Vom Mythos des mündigen Bürgers. Fortschreitender Vertrauensverlust in Politik am Beispiel der Kommune Pulheim."

 

"Seit Jahrzehnten durchziehen politische Standortfragen die Bildungslandschaft Deutschlands. Von der Hochschule bis zum Kindergarten werden inzwischen auf der verbalen Ebene ’martialisch’ anmutende Szenarien bemüht. Vom ’Angriff aufs Gymnasium’ ist die Rede, von ’gutbürgerlicher Bildungspolitik’, die es geschafft habe‚ ihre Kinder jeweils so im Berufsleben zu positionieren, dass vermeintlich sozial Schwächere flächendeckend in der Bundesrepublik jahrzehntelang abgehängt worden seien.’ Eine herkunftsbedingte Chancenungleichheit würde es aufrechterhalten, echte Chancengleichheit aushöhlen, dieses deutsche, dreigliedrige Schulsystem; attestiert von vermeintlich am reinen Kindeswohl interessierten und orientierten Studien, auf nationaler und internationaler Ebene. (parteinahe Stiftungen, Pisa-Gruppierung, OECD etc.)

 

Und auch das duale Bildungssystem wurde nun entschieden auf den Prüfstand gestellt – einst ein Markenzeichen für eine Haltung und ein Denken, dass ein ’Made in Germany’ zu Weltgeltung verhalf, nicht nur in der Wirtschaft, oder bspw. im Steuerrecht, sondern auch in der Grundlagenforschung.

 

Vor nichts und niemanden wird auch in dieser seit Jahren politisch geschickt agitierten Diskussion des Bildungswahnsinns und vermeintlichen Bürger-Demokratie haltgemacht. Warum auch – Hinterfragen, Vorschlagen, Verhöhnen, Täuschen und Zerstören gehöre doch schließlich zur politisch-konzeptionellen Gedankenentwicklung dazu.

 

Der Entwicklung tragfähiger Perspektiven für eine Bildungslandschaft in einer Gesellschaft, die demographisch so auf dem Prüfstand steht wie die unserige, scheint nur noch eine randständige Bedeutung zuzukommen. Emotionalisierung ist angesagt in Zeiten medialer und politischer Quotenjägerei. Emotionalisierungsprozesse, deren Ergebnisse häufig genug nichts anderes mehr darstellen als föderalistische Kompromissverschmutzung.

 

Und durchweg alle Gruppierungen, die an einer tragfähigen Meinungsbildung zur Bildungszukunft beteiligt sein wollen, scheinen sich einig. Landesvertreter, Kommu-nalpolitiker, Schulträger, Schulleiter und Aufsichtsgremien wie Bezirksregierung setzen unisono auf das ’’Beste zum Wohle der Kinder’’.

 

Doch dann hört es mit der Einigkeit offensichtlich auch schon auf. Mehr noch, die Wahl der Wort-Waffen im Prozess der politischen Meinungsbildung und der bürgerlichen Mehrheitsbeschaffung findet sich geradezu ins Irrationale und Abenteuerliche überzeichnet. Die Kommunikation ist empfindlich und zutiefst gestört!

 

Längst haben sich Anhänger und Gegner unterschiedlicher Schulformen, fast religiös anmutend, gruppiert: kommunal-, landespolitisch, bundesweit. Standards, die definieren sollen, was Gemeinschaftsschule, was Gesamtschule, was ein zukunftsfähiges, dreigliedriges Schulsystem ausweisen muss und wird, werden wie alleinseligmachende Credos gehandelt. Und sie verfangen sich zunehmend in den ungelösten Problemlagen unserer Staats- und Wirtschaftsarchitektur. Ja, sie werden selbst Teil eben dieser ’Müllberge’, die - selbst bei gewolltem positivem Denken - wie Schatten auf unserer Zukunft liegen.

 

Und so finden sich Diskussionen zum Thema ’Bildungslandschaft’ in einer gelebten Demokratie, unmittelbar vor Ort, längst nicht mehr von aufhellendem Verständnis getragen, sondern von üblen Vorurteilen, Halbwahrheiten und Täuschung durchzogen. Das gilt für die Nord-Süd-Achse. Und das gilt ebenfalls für die West-Ost-Achse der Republik.

Diese missbräuchliche Instrumentalisierung von Haltungen, Ideen, Einschätzungen und Standpunkten, trägt wesentlich zu einem weiteren Rückzug vieler Bürger vor der Komplexität formeller und informeller Meinungsbildung bei. Der Begriff im Prozess dauerhafter politischer Machterringung dafür mag lauten: Politikverdrossenheit.

 

Das Beispiel Pulheim..." Fortsetzung hier!

 

 


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