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Sonntag, 15. Mai 2011

"25 Prozent der Mittel fehlen" - NRW-Kulturministerin Ute Schäfer besucht den Kulturstandort Brauweiler

Brauweiler - NRW-Kulturministerin Ute Schäfer besuchte den Kulturstandort Brauweiler - Wer sich an diesem Freitagnachmittag dem Zentrum von Brauweiler nähert, das ist nun einmal dort, wo die Abtei steht, der kann erahnen, wie es einmal aussieht, wenn alle Vorhaben an diesem “Kulturstandort” verwirklicht sind. Gegenüber der imposanten Abtei ist immer noch eine Baustelle; es ist der Guidelplatz, ehemals Parkplatz und heute immer noch eingezäunt und harrt der baldigen Bebauung bzw. der Neugestaltung. In einigen Jahren wird im Umkreis der Abtei ein attraktives künstlerisches Ensemble verwirklicht sein, so hoffen es nicht nur die Brauweiler: Das Nachlass-Archiv und Schaumagazin sowie die Künstlerwohnungen und Künstlerateliers auf dem Guidelplatz. Sie werden auch ein Anziehungspunkt für viele Besucher in Brauweiler sein, so die Hoffnung vieler Geschäftsleute.

 

“Spatenstich im Januar 2009“

 

Im Januar 2009, noch unter dem damaligen Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers, war der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt für das geplante Schaumagazin erfolgt - wir hatten darüber berichtet. Der Architekt Thomas Obermann aus Hannover hatte die Jury mit seinem Entwurf überzeugt und den Zuschlag erhalten. Dafür wurde der ehemalige Gutshof auf dem Gelände der Abtei instand gesetzt und für eine Nutzung als Archivgebäude hergerichtet. Die “Stiftung Kunstfonds”, so war beschlossen worden, wird die ihr überlassenen Bestände von Werken zeitgenössischer Künstler archivieren. Kosten für dieses Projekt: Etwa 2,9 Mio Euro. Davon trägt das Land NRW 70 Prozent, den restlichen Finanzierungsanteil trägt der Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem das Gelände gehört. Es sind weitere Bauabschnitte geplant, um den Kunstwerken vor Ort einen “adäquaten Schauraum” zu bieten. Die bereits bestehenden Magazinräume werden um einen “Schauraum” erweitert, also um ein begehbares Depot, wo in unterschiedlich großen Räumen Kunstwerke der interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Am 09.10.2009 gab es 925.000 Euro vom Land NRW an den LVR für die Herrichtung des ehemaligen Gutshofs - wir hatten darüber berichtet. Die damalige Landesregierung hatte sich verpflichtet, sich mit insgesamt etwa 1,9 Mio Euro an den Kosten für das Bauvorhaben zu beteiligen.

 

Johannes Ruland: "Eine Herausforderung für unsere Stiftung!"

 

Um den Planungs- und Baufortschritt der einzelnen Vorhaben zu besichtigen, war die NRW-Kulturministerin Ute Schäfer auf Einladung des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Rat der Stadt Pulheim Dierk Timm und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden in der Landschaftsversammlung des LVR Prof. Dr. Jürgen Rolle zu einem Besuch angereist. Mit von der Partie war auch der “Bauherr” der Künstlerwohnungen Johannes Ruland von der Gold-Kraemer-Stiftung. Dieser betonte, dass es für seine Stiftung eine Herausforderung sei, an diesem Kulturstandort mitwirken zu dürfen. Die gemeinsame Erklärung der Gold-Kraemer-Stiftung und der Stadt Pulheim zum Projekt im März 2010 kann man hier nachlesen.

 

“Komplette Werkserien sind zu sehen"

 

Im Beisein von vielen Ratsmitgliedern der Stadt Pulheim, Marlies Stroschein, Walter Luegt, Joachim Karkuth, Dr. Harald Thomas, zugleich Vorsitzender der SPD Brauweiler und “begleitend” Angelika Schulz vom Fraktionsbüro, allesamt von der SPD, und Hermann Schmitz, zugleich Vorsitzender der CDU Brauweiler sowie Vertretern des LVR, darunter Frau Altena sowie die Herren Detleff Althoff ud Rudolf Zernack und weiterer Experten kam es zur offiziellen Begrüßung durch Dierk Timm und Jürgen Rolle als Gastgeber und einer ausführlichen Erläuterung aus fachlicher Sicht durch zwei Expertinnen, nämlich Frau Dr. Karin Lingl, der Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds sowie Frau Prof. Monika Brandmeier, Vorstandsmitglied des Kunstfonds. Beide betonten die “Einmaligkeit” des Schaumagazins und gaben bekannt, dass es bereits eine große Nachfrage nach der Übergabe von Nachlässen gäbe. Es würden “komplette Werkserien” gezeigt, die den “Schaffensprozess” der einzelnen Künstler nachvollziehen lassen. Man wolle “Partner für Mussen, Galerien, Künstler, Kunsthistoriker, Fachpublikum, Ausleiher, Dauerleihgaben und für wissenschaftliche Studien sein”, so Frau Dr. Lingl. Da man mit 2.000 Quadratmetern zwar “großzügig bemessen”, aber doch begrenzt sei, könne nicht jedes Nachlass-Oeuvre aufgenommen werden. Eine derzeit sechs-köpfige Jury würde jeweils eine Empfehlung aussprechen. Zur Pflege dieser Nachlässe wird eine weitere LVR-Einrichtung am Standort Brauweiler herangezogen, nämlich das Rheinische Amt für Denkmlapflege mit seinen Restaurierungswerkstätten.

 

“25 Prozent” der Mittel fehlen”

 

Die Kulturministerin zeigte sich erfreut über die Anstrengungen und betonte, dass das Land NRW seinen Verpflichtungen treu bleiben werde, allerdings seien noch nicht alle Mittel für den Kulturstandort beisammen, namentlich für die Ausstellungsfläche, die absolut "Sinn" mache, so Frau Dr. Karin Lingl. “25 Prozent” fehlten, so die Ministerin; es sei nicht gelungen, den “Bund” mit ins Boot zu holen, so habe eine diesbezügliche Anfrage bei der bundesweiten Kulturstiftung keinen Erfolg gehabt. Nun wolle sie, so die Ministerin, einen erneuten Anlauf nehmen. Auch Jürgen Rolle sagte zu, nach “Sparpotentialen” innerhalb des LVR zu suchen, und Dierk Timm appellierte an die Stadt Pulheim, doch “bitteschön” auch einen finanziellen Beitrag für das Projekt in Brauweiler zu leisten.

 

“Leider kein Repräsentant der Stadt Pulheim anwesend”

 

Vor dem Rundgang zu den Restaurierungswerkstätten und dem Archiv der Stiftung erläuterte Architekt Hatzmann den Gästen die von ihm geplanten Künstlerwohnungen auf dem Guidelplatz, die im Rat der Stadt Pulheim bereits “abgesegnet” wurden” - hierüber hatten wir auch berichtet. Auf dem Guidelplatz beabsichtigt die Gold-Kraemer-Stiftung ein Künstlerviertel mit Wohnungen in fünf drei- und viergeschossigen Gebäuden für Künstler, Ateliers sowie Gewerbeflächen (z.B. Gastronomie) zu verwirklichen plus einer Tiefgarage unter dem Gelände - auch hierüber hatten wir ausführlich berichtet.

 

"Ich komme gerne wieder!"

 

In den Räumen des Archivs waren dann die ersten Nachlässe zu besichtigen, darunter von Ludger Gerdes - siehe Fotostrecke -. Es war ein guter Tag für Brauweiler, so sagte es ein Gast, man hoffe jetzt nur darauf, dass auch die Restfinanzierung sicher gestellt würde. Die Kulturministerin hatte bei einem Besuch von Dierk Timm - siehe unseren Bericht, im Februar des Jahres ausgesagt, dass die "Vorgängerregierung unter Rüttgers viel versprochen, aber wenig gehalten" habe, was der CDU-Fraktions-Chef im Rat, Werner Theisen, umgehend zurückgewiesen hat. - “Leider“, so sagte es ein Gast, waren weder der Bürgermeister, sein Kulturdezernent noch ein anderer hoher Repräsentant der Stadt Pulheim anwesend. Diese waren allesamt, wie zu hören war, bei einem offiziellen Besuch in der Partnerstadt Fareham. Immerhin sagte die Ministerin, der von Dierk Timm zum Abschied ein Buch über Brauweiler überreicht worden war, zu, “wieder zu kommen”. - Foto: D. Timm, Ute Schäfer, Prof. Dr. J. Rolle - (v.l.).

- Text/Foto/Fotostrecke: Dr. Ernst Hoplitschek

 

 


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