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Donnerstag, 10. November 2011

Der letzte Schattenschnitzer

Mein Nachbar hat einen, und auch seine Frau, mein Hund hat auch einen und auch mein Auto. Selbst die Stubenfliege, die gerade träge über die Scheibe wandert, hat einen. Ich auch und Sie selbstverständlich sowieso. Was? Einen Schatten natürlich! Also nicht den, den man meint, wenn man sich abfällig über andere äußert, nein, einen richtigen, echten Schatten. „Ein Schatten“, so lerne ich bei Wikipedia, „ist eine unbeleuchtete Fläche eines Gegenstandes […], beziehungsweise das Projektionsbild des im „Weg des Lichts stehenden Gegenstandes.“ Weiter lerne ich, dass es viele verschiedene Schatten gibt: nämlich Eigenschatten, Schlagschatten, Kernschatten, Halbschatten und etliche mehr. Je nun, aber nirgendwo ist die Rede von lebendigen Schatten. Aber um genau die geht es: Lebendige Schatten, die sich beim Erwachen uralter Magie gegen ihre Herren verbünden. Schatten, die mehr sind als unbeachtete Anhängsel des jeweiligen Schattenwerfers.

 

Mit „Der letzte Schattenschnitzer“ stellt Christian von Aster viel von dem in Frage, was wir als „normal“ betrachten und, spätestens wenn wir erwachsen sind, nicht mehr hinterfragen. Hier lernt ein kleiner Junge die Schatten seiner Stofftiere zu vertauschen, ein Mädchen ohne Schatten wird geboren. Finden Sie abwegig? Nun ja, aber so es ist eben mit Phantasie-Geschichten: Sich einlassen oder sich nicht einlassen ist die Frage. Mein Votum ist klar: einlassen! Hier wird nicht einfach nur der Phantasie freien Lauf gelassen, nein, von Aster baut seine Geschichte sehr feinsinnig, in sich schlüssig und logisch auf. Allerdings muss man schon ziemlich aufpassen, dass man dem immer folgen kann; also kein (Lese-) Stoff, den man sich so nebenher „reinziehen“ kann. Aber das macht ja nichts, denn jetzt, wo die Tage kürzer und die Abende länger werden, bleibt ja genug Zeit für die ein und andere gemütliche Lesestunde.

 

Eins aber noch zum Schluss: Wenn Sie sich nach der Lektüre von „Der letzte Schattenschnitzer“ doch anfangen, vor Ihrem eigenen Schatten zu fürchten, dann sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt! Also: Die Mutigen unter Ihnen sollten jetzt das Buch als dem Klett-Cotta Verlag für 19,95 Euro bei der Moewes Buchhandlung abholen (dort liegt es nämlich abholbereit gleich inklusive Schatten) oder es per Internet unter www.moewes.info versandkostenfrei bestellen, und wer sich nicht traut, der liest eben etwas Anderes.

Egal, was Sie tun: Viel (Lese-)Spaß wünscht Ihnen Nicola Wagner und dankt nebenher dem Klett-Cotta Verlag für’s Cover und unterhaltsame Stunden.

 


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