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Dienstag, 17. Januar 2012

"Unsere Besten" - Onlinezeitung: Serie zu Olympia 2012 - Heute: Christina Obergföll

Christina Obergföll, Foto/Copyr.: Von der Laage

Berlin - Es sind nur noch weniger als 200 Tage bis zum absolut sportlichen Höhepunkt des Jahres, den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August 2012). Nach Auffassung des Chefs des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, müsse der Anspruch, zu den fünf besten Nationen bei diesen Spielen zu gehören, aufrechterhalten werden. Gefährdet werden könne dieser Anspruch allerdings, so Bach, wenn die finanzielle Basis nicht verbessert werde. Zu den Einrichtungen, die schon seit langem für eine finanzielle Besserstellung der talentierten Sportler eintritt, ist die Deutsche Sporthilfe, gegründet im Jahre 1967. Zusammenfassen kann man die Ziele der Deutschen Sporthilfe so: Die Sporthilfe fördert materiell, ideell und sozial Sportlerinnen und Sportler, die sich auf sportliche Spitzenleistungen vorbereiten, solche erbringen oder erbracht haben und die durch ihr Auftreten und ihre Leistungsbereitschaft national und international als Leitbilder für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesellschaft stehen sowie als Motivatoren für die Breitensport-Bewegung.

 

 

"ElitePlus-Athleten"

Für die Förderung von talentierten Sportlern, die als "olympische Medallienkandidaten" gelten, hat die Deutsche Sporthilfe ein spezielles Förderprogramm mit dem Titel "Unsere ElitePlus-Athleten" aufgelegt Zu den geförderten Athletinnen gehört auch Christina Obergföll (Speerwerfen). Nach unserem ersten Bericht über Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) folgt heute ein Portrait über Christina Obergföll.

 

Heute: Christina Obergföll

Sportart: Speerwerfen

Größte Erfolge: Zweite der Weltmeisterschaften 2005 und 2007, Dritte der Olympischen Spiele 2008, Zweite der Europameisterschaften 2010, Vierte der Europameisterschaften 2006, Europacup-Siegerin 2007, Teilnahmen an Olympischen Spielen (2004), Universiade, U20-WM und U23-EM

Geburtsjahr: 1981

Geburtsort: Lahr - Schwarzwald

Verein: LG Offenburg

Beruf: Studentin - Master in Gesundheitsmanagement

 

Christina Obergföll - von Andreas Müller

Ein Diamond-League-Wettbewerb als Aufwärmübung für die Deutschen Meisterschaften? Für Speerwerferin Christina Obergföll ging dieses ungewöhnliche Szenario auf. Sie gewann in Kassel mit starken 68,86 Metern den Titel, gab sich dafür zwei Tage zuvor in Monaco als Zweite Olympiasiegerin Barbora Špotáková aus Tschechien ohne Reue geschlagen, die mit 69,45 Metern im kleinen Fürstentum eine Jahresweltbestmarke aufstellte. Nach drei Siegen in Folge bei der hochkarätigsten Leichtathletik-Serie in Eugene, New York und in Paris hatte die Christina Obergföll ihren Start in Monaco lediglich als Aufwärmübung betrachtet. „Bei großen internationalen Meisterschaften ist es ja ähnlich. Da gibt es auch die Qualifikation und dann das Finale. So ähnlich wird das jetzt für mich sein“, sagt die 29-Jährige, die nach den „Deutschen“ gleich zum Sporthilfe-Event „Gold macht Deutschland stolz“ nach Berlin weiterreiste.

 

Die Stiftung hat bei der Olympia-Dritten von Peking einen völlig neuen Stellenwert, seitdem sie in den Kreis der etwa drei Dutzend „Elite Plus“-Athleten berufen wurde. „Als ich diese Nachricht bekam, war ich sehr erfreut. Ich habe ja ein, zwei persönliche Sponsoren. Nun steigt die Sporthilfe in meinem persönlichen Ranking extrem“, bekennt Christina Obergföll.

Anderthalb Jahre lang bis zum August 2012 wird ihr die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) zusätzlich zu ihren sonstigen Leistungen monatlich 1.500 Euro für eine ungestörte Vorbereitung auf die nächsten Olympischen Sommerspielen an der Themse zahlen. „Das beruhigt ungemein. Es ist toll, dass man so eine Sicherheit hat und weiß: Auch wenn mal ein Wettkampf nicht so läuft oder vielleicht eine kleine Verletzung dazwischenkommt, brauche ich mir keinen Kopf zu machen. Das verleiht Flügel.“

 

Den Worten ließ sie bereits Taten vorangehen. Bei der Vize-Weltmeisterin von 2005 und 2007 schien der Impuls im vorolympischen Jahr zumindest im WM-Vorfeld zu wirken. In Paris schleuderte sie den 600 Gramm schweren Speer auf 68,01 Meter. Zu diesem Zeitpunkt so weit wie noch keine andere Athletin in dieser Saison. Klar, dass sie bei den Weltmeisterschaften vom 27. August bis 4. September im südkoreanischen Daegu möglichst ganz oben stehen wollte. Den letzten Feinschliff gab es zuhause in Offenburg mit Hilfe ihres so genannten „Maschinchens“, zu dem die Sporthilfe übrigens ebenfalls 2.000 Euro beisteuerte. Es ist eine Konstruktion, mit der sowohl die Abwurfbewegungen der Athletin simuliert als auch die speziellen „Abwurf-Muskeln“ trainiert werden. "Um den Sieg kann ich bei den Weltmeisterschaften mitwerfen, doch mit Barbora Špotáková oder Maria Abakumova ist die Konkurrenz sehr stark“, sagt die Lebensgefährtin von Boris Henry, dem Speerwurf-Bundestrainer der Männer. In Bezug auf die Konkurrenz war der Tipp zutreffend. Abakumova siegte mit der neuen Jahresweltbestleistung von 71,99 Metern vor Špotáková mit 71,58 Metern. Christina Obergföll indes erwischte einen schlechten Tag und verpasste mit 65,24 Metern als Vierte sogar den Sprung aufs Treppchen.

 

Eine ganz andere Vision grüßt von ihrem Auto-Kennzeichen mit der amtlichen Nummer 7229. Das Schild zielt auf den Weltrekord, den die Peking-Olympiasiegerin Špotáková aus Tschechien mit 72,28 Metern innehat. Durch das Kfz-Kennzeichen ist Christina Obergföll diese Weite stets präsent. „Dieses Ziel habe ich, aber es ist nicht so, dass ich sage: Dieses Jahr will ich das erreichen. In erster Linie will ich natürlich bei den großen Wettkämpfen Medaillen gewinnen und das Optimum erreichen.“ Das soll ebenfalls für die Olympia-Vorbereitung gelten. Wegen der mit „Elite Plus“ einhergehenden Verpflichtung, dem Sportlichen vorübergehend die Priorität einzuräumen, hat die Fernstudentin mit der BSA-Akademie in Saarbrücken für die Ausbildung in den Fächern Fitness, Ernährung und Gesundheitsförderung eine Vereinbarung getroffen. Bis London will die Frau, die weltweit als zweite die 70-Meter-Marke knackte, beruflich etwas kürzer treten. Die Abschlussarbeit in ihrem Master-Studiengang, die bis zum nächsten Sommer fällig wäre, wird sie erst nach den Sommerspielen in Angriff nehmen - womöglich mit olympischen Meriten als Ansporn fürs Berufliche.

- Text Christina Obergföll: Andreas Müller/Deutsche Sporthilfe, (EH), Foto/Copyr: Von der Laage

 


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