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Dienstag, 12. August 2014

Simon van Booy: Die Illusion des Getrenntseins

Simon van Booy legt seiner Erzählung „Die Illusion des Getrenntseins“ eine wahre Geschichte, die sich im zweiten Weltkrieg zugetragen hat und deren Auswirkung bis in die heutige Zeit reicht (1942 – 2010), zu Grunde.

 

Hauptträger der Geschichte sind Amelia, John Bray, Danni, Martin, Mr. Hugo und Sébastien, deren Schicksale in alphabetischer Reihenfolge angesprochen werden:

Der Amerikaner John Bray beispielsweise stürzt 1944 mit seinem Flugzeug über dem besetzten Frankreich ab, kann sich jedoch zu seiner Frau Harriet, seiner Tochter und der beiden Enkel durchschlagen. Eingebettet und in Rückblenden erzählt, ist diese Geschichte in das Schicksal eines weiteren Mannes. Er, Martin, ist als Baby in den Kriegswirren von einem deutschen Soldaten einer Frau übergeben worden und ahnt nicht, dass er diesem Mann im Laufe seines Lebens begegnete. Das Leben dieser Menschen beschreibt der Autor in solch einfühlsamer Weise, dass der Leser sich ihrer Schicksale nicht entziehen kann. Die gefühlsbetonte Geschichte erzählt von Menschen, die durch ihre unterschiedlichen Lebenswege und die damit verbundenen Schicksale miteinander verbunden sind. Alle Protagonisten werden durch ihre gemeinsame Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Stetigkeit getragen und vereinen sie somit letztlich miteinander.

 

Simon van Booy spricht den Leser auf eine Art und Weise an, der man sich nicht entziehen kann. Mit poetischer Sprache und reduzierter Beschreibung auf das Wesentliche, erreicht der wortstarke Autor dennoch eine mitreißende Atmosphäre. Innerhalb des etwa 200-Seiten-Buches schafft es der gebürtige Waliser, den wahren Sinn des Lebens zu erfassen und wirkungsvoll wiederzugeben. Wesentliche Themen wie Leben, Tod, Krieg, Schuld, Solidarität und Schicksal finden innerhalb der Kurzgeschichten ihren Platz und werden überzeugend ergründet.

 

Das Buch zu lesen und so zu verstehen ist weniger anspruchsvoll. Doch ist während des Lesens stets die Aufmerksamkeit des Lesers gefordert. Nur dann ist es möglich, den Zusammenhang von den Schicksalen der einzelnen Personen über vier verschiedene Länder beziehungsweise Bundesstaaten hinweg zu erkennen und zueinander in Verbindung zu setzen.

 

Simon van Booy ist in Wales geboren und aufgewachsen. Heute lebt er mit seiner Frau sowie seiner Tochter in Brooklyn. Seine schreiberischen Fähigkeiten zeigte der Autor bereits in zwei Erzählungsbänden und zwei Romanen sowie drei Philosophiebüchern. Zudem findet sein Schreibtalent stets Anklang bei der New York Times, dem Guardian und der BBC.

Sein Werk wurde in vierzehn Sprachen übersetzt.

 


Simon van Booy, Die Illusion des Getrenntseins

Erschienen: 14.04.2014
Gebunden, 207 Seiten
ISBN: 978-3-458-17592-6

 

 

Quelle/Foto: OZ (JS)

 


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