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Dienstag, 16. September 2014

Ken Follett: Die Tore der Welt

Der britische Erfolgsautor Ken Follett beleuchtet in seinem historischen Werk „Die Tore der Welt“, Original „World Without End“ (2007), alle Facetten des Mittealters mit seinen Tugenden und Widrigkeiten. Obwohl es sich dabei um die Fortsetzung des Bestsellers „Die Säulen der Erde“ handelt, ist das Lesen des ersten Teils trotz einiger ähnlicher Motive und familiärer Vernetzungen nicht Voraussetzung, um den Roman „Die Tore der Welt“ zu genießen.

 

Die Handlung spielt zumeist im fiktiven Ort „Kingsbridge“ in England und erzählt die Geschichte von fünf Hauptprotagonisten in den Jahren 1327-1361, also rund 200 Jahre später als dem Handlungszeitraum des ersten Teils von Ken Follett.

 

Mit diesen fünf Personen werden die wichtigsten Gegebenheiten im Mittelalter eindrucksvoll verkörpert. Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack und ebenfalls Architekt, beschäftigt sich hauptsächlich mit verschiedenen und neu aufkommenden Baustilen der Zeit und träumt seit jeher davon große Gebäude erschaffen zu dürfen. An seiner Geliebten Caris zeichnet sich der ewige Wunsch nach Freiheit und Emanzipation der Frau ab, sodass sie nur knapp der Verbrennung als Hexe entgeht, weil sie sich als Medizinerin berufen fühlt.  Mit Gwenda, der Tochter eines Tagelöhners, wird die große Armut im Mittelalter und den damit verbundenen letzten Halt in der Liebe beschrieben, wohingegen Ralph, Bruder von Merthin, den Gegenpol dazu bildet, da er sich nichts sehnlicher als die Aufnahme in den Ritterstand und Adel wünscht. Als letztes wäre noch der Mönch Godwyn zu erwähnen, der mit allen Mitteln versucht Prior der Abtei von Kingsbridge zu werden und sich zur Erreichung dieses Ziels für nichts zu schade ist und somit den klerikalen Aspekt des Mittelalters ausfüllt. Der gesamte Roman wird also hauptsächlich von dem Kampf zwischen konservativen Meinungshaltern und revolutionär denkenden Charakteren bestimmt.

 

Die Handlung wird abschnittsweise wechselnd aus der Sicht der Hauptprotagonisten beschrieben und erzeugt beim Leser somit ein umfassendes und themenübergreifendes Bild, das nie an Dynamik verliert, da der Autor es versteht die Charaktere immer wieder vor neue interessante Aufgaben zu stellen.

Ken Folletts Roman „Die Tore der Welt“ überzeugt vor Allem durch seinen ausgeprägten Sinn für Details, die gerade bei der Beschreibung der Architektur beim Lesen einen lebendigen und realen „ inneren Film“ erschaffen. Aber auch die Gefühlswelt der einzelnen Charaktere, sei es Liebe, Hass oder wahre Freundschaft, kommt nicht zu kurz und berührt den Leser durch tiefe Empfindungen.

 

Das Buch zu lesen und zu verstehen ist nicht schwierig. Es enthält auch keinerlei  Metaphern oder andere ausgeprägte rhetorische Mittel, vielmehr ist es eine Beschreibung äußerer und innerer Zustände der einzelnen Protagonisten. Langweilig wird es dabei allerdings nie, da die Handlung voll von Spannung, Intrigen und Überraschungsmomenten und somit auf jeden Fall lesenswert für jeden ist.

 

 

Zum Autor:

Ken Follett  ist ein äußerst erfolgreicher britischer Schriftsteller, der in Wales 1949 geboren und bis er zehn war, dort aufgewachsen ist. Anschließend zog er mit seiner Familie nach London, wo er nach mehreren weiteren Umzügen in andere Länder heute wieder ansässig ist. Seit dem Roman „Die Nadel“ (1978) gilt Follett als Bestseller-Autor und konnte immer wieder seine Roman-Leistungen bestätigen. Das beweisen auch die Verfilmungen von „Die Tore der Welt“ und dem Vorgänger „Die Säulen der Erde“.

 

 

Daten zum Buch:

Ken Follett, Die Tore der Welt

Erschienen: 29. Februar 2008

Taschenbuch, 1310 Seiten

ISBN: 978-3-404-16380-9

 

 

 

Quelle/Foto: OZ  (RW)


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