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Dienstag, 07. Oktober 2014

Mein Land RheinLand - Eine Liebeserklärung

Der Ratgeber in Form eines Bilderbuches "Mein Land RheinLand - Eine Liebeserklärung", geschrieben von Stephan Everling und künstlerisch untermalt von MAF Räderscheidt und erstmals 2011 erschienen, beschreibt die Mentalität des typischen Rheinländers und versucht diese sowohl historisch als auch geografisch zu erklären und herzuleiten. Dabei wird ein Großteil rheinländischer Städte explizit, aber auch das Rheinland im Allgemeinen, beschrieben.

 

"Doch die Seele des Rheinländers ist und bleibt der Rhein" (Original z.B. S. 16) ist das immer wieder auftauchende Thema dieses Bilderbuches und gliedert es zugleich in Sinnabschnitte.

 

Der Autor beschreibt auf den ersten Seiten zuerst die groben Grenzen des Rheinlandes und gibt Hinweis auf die bestimmte Mundart, die in dieser Region nach außen als auffälligstes Merkmal gilt. Gleichzeitig macht er aber auch klar, dass man einen echten Rheinländer eher an typischen Eigenschaften erkennen kann. Diese finden im gesamten Werk Wiederholung und vereinen so jeden Bewohner dieser Region: Offenheit, Gemütlichkeit, Harmoniesucht, Heimatverbundenheit. Bei Letzterem muss erwähnt werden, dass für jeden Rheinländer in erster Linie seine Stadt die Heimat ist und, dass das Rheinland dementsprechend aus verschiedenen Perspektiven verschieden aussieht. Aus diesem Grund werden abschnittsweise einige Städte des Rheinlandes explizit beschrieben. Von u.a. Aachen über Eschweiler, Bonn, Brühl, Mainz bis Koblenz und Köln werden historische Hintergründe, verschiedene Mundarten und heutige Sehenswürdigkeiten beleuchtet, die den Leser dazu einladen sollen das Rheinland zu besuchen und kennenzulernen.

 

Doch durch die geschickte Gestaltung des Buches wird eines recht deutlich: Egal wie verschieden Mundarten in verschiedenen Städten der Region sind, egal ob sie geografisch eher zum Niederrhein zählen und egal wie verschieden doch mancher historischer Zusammenhang ist, "(...) die Seele des Rheinländers ist und bleibt der Rhein" (Original z.B. S.16). Das bedeutet, dass immer eine Verbindung zwischen verschiedenen Rheinländern herrscht.

 

Der Autor schreibt zumeist auf jeweils einer Doppelseite über sein Thema, z.B. die Beschreibung Eschweilers (Original S.11,12) in Kurztextform. Dabei nutzt Stephan Everling einen einfachen und leicht verständlichen Sprachstil, der jedoch mit langen und verschachtelten Sätzen zu überzeugen weiß. In Kombination mit Mundartzitaten wird oft ein humoröser Effekt erzeugt, der den Leser unterhält und ihn immer wieder zum Weiterblättern zwingt.

 

Obwohl es sich bei diesem Werk um eine Art "Bilderbuch" handelt, ist die Gestaltung und Aufteilung des Buches in keinster Weise vergleichbar mit Kinderbüchern. Die Künstlerin MAF Räderscheidt schafft es den Fokus nach dem Lesen der Texte sofort auf die malerischen Elemente zu lenken. Auf den ersten Blick wirken die Bilder oft sehr abstrakt und scheinen wenig im Zusammenhang mit dem Geschriebenen zu stehen. Doch schaut man ein zweites und drittes Mal hin, erkennt man durchaus sehr schnell die Verbindung. So wird an einer Stelle des Buches die Wirtschaft im Rheinland als "(...) anmutende(s) Geflecht sozialer Beziehungen" (Original S.122) beschrieben. Die künstlerische Untermalung, viele braune astähnliche Linien, die sich kreuzen, wird erst deutlich, sobald man den Text verstanden hat. Es entsteht eine unverwechselbare Komposition zwischen Bild und Text, die den Leser immer kurz anhält, über das eben Gelesene nachzudenken und einige Sekunden dabei zu verweilen.

 

Auch die Gestaltung der Schrift trägt zu einem optisch schönen Bild bei. So ist sie nicht nur farblich immer den künstlerischen Elementen und den Themen angepasst, sondern verschmilzt zudem durch geschickte Gestaltung des Drucks mit den Inhalten. Beispielsweise ist der Satz "Zickzackkurs am Rosenmontag durch die Innenstadt" (Original S. 12), als der Autor vom Karneval in Eschweiler berichtet, im Zickzack abgedruckt. Das gibt dem Ganzen noch eine gewisse Dynamik, die den Leser zusätzlich unterhält.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass sich eine Reise in die Welt des Autors Stephan Everling und der Künstlerin MAF Räderscheidt mehr als lohnt. Für richtige Rheinländer ist es deshalb interessant, weil sie sich in einem Spiegelbild, abgedruckt über 128 Seiten, sehen, für Außenstehende, um das Rheinland und seine Mentalität besser kennenzulernen.  

 

 

Über den Autor:

Stephan Everling, geboren 25.5.1963 in Bonn, ist ein deutscher Autor und Fotograf, der eine bedeutende Anzahl an Kurzgeschichten, Krimis und Heimatgeschichten sein Eigen nennen kann.

 

 

Über die Künstlerin:

MAF Räderscheidt, geboren 20. Juni 1952 in Augsburg, ist eine deutsche (Performance-) Künstlerin, die an den bedeutenden Kölner Werkschulen ihre Meisterschülerin machte. Seit über 40 Jahren gehört sie bereits dem deutschen Kunstmarkt an.

 

 

Daten zum Buch:

Stephan Everling & MAF Räderscheidt, Mein Land RheinLand

Erschienen: 2011

Gebundene Ausgabe, 128 Seiten (Sutton Verlag)

ISBN: 978-3-86680-915-4

 

 

- Quelle/Foto: OZ (RW)


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