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Dienstag, 21. Oktober 2014

Der schwarze Mönch

„Der schwarze Mönch“, verfasst von Harald Parigger und veröffentlicht um 1994, ist ein historischer Jugendroman, der den Kinderkreuzzug nach Jerusalem im Jahr 1212 beschreibt, bei dem die Hauptprotagonisten vor gefährliche Aufgaben gestellt werden, die sie auf ihrem langen Weg zu bewältigen haben.

 

Das Buch erzählt die Geschichte von Gerhard, einem 15-jährigen Sohn eines alkoholsüchtigen Schmieds, der in Speyer dir Rede eines Predigers verfolgt und Enthusiasmus für den bevorstehenden Kinderkreuzzug entwickelt. Dieser Prediger Nikolaus ruft sämtliche Jugendliche dazu auf, sich ihm anzuschließen und begründet seine Aufforderung darin, dass ihm angeblich Jesus erschienen sei. Mit diesem göttlichen Beistand ist er sich sicher, in das „Heilige Land“ zu gelangen und Jerusalem von den Heiden befreien zu können.

 

Auf dem Kreuzzug lernt Gerhard eine Reihe anderer Jugendliche kennen, die allesamt ein anderes Schicksal erwartet, obwohl sie anfangs alle den gleichen Glauben entwickelt haben, für eine richtige Sache zu kämpfen: Da wäre zum einen Berthold, der während der Überquerung der Alpen von einem Abhang geschubst wird, weil er Kritik an Nikolaus Glaubwürdigkeit übte. Zum anderen lernt Gerhard Bruno kennen, der auf der Hälfte der Strecke an starkem Fieber erkrankt und in einem Kloster bleiben muss. Zuletzt wäre noch Irmingard zu erwähnen, die von Anfang an Gefühle für Gerhard hegt und ihm am Ende sogar das Leben rettet, denn nachdem Nikolaus in Genua nicht in der Lage war, das Wasser zu teilen, um Jerusalem zu erreichen, wurden schnell Sündenböcke gesucht. Einer davon war Gerhard, der daraufhin gesteinigt wurde und nur überleben konnte, weil er von Irmingard schnell zu einem Arzt gebracht wurde.

 

Das Buch endet damit, dass sich die beiden liebenden Rollen heiraten und nach Jahren wieder nach Speyer zurückkehren, wo sie überraschend wieder auf Nikolaus treffen. Dieser aber war mittlerweile an Lepra erkrankt und wurde wie ein Aussätziger behandelt.

 

Der Roman „Der schwarze Mönch“ weiß vor allem durch eine spannende Handlung zu überzeugen. Dabei braucht man keine Eingewöhnungszeit, wie bei vielen anderen klassischen Romanen, sondern das Geschehen ist ab der ersten Seite interessant und fesselt den Leser über das gesamte Buch hinweg.

 

„Ich sage euch, der verfluchte Feind wohnt in eurer Nachbarschaft“ (Original S.9) sind die ersten Worte, die man liest. Dadurch, dass der Autor direkt mit Einer von vielen Reden des Predigers Nikolaus beginnt, versucht er die fast schon revolutionäre Stimmung zu transportieren und einen Einblick in die damalige Gedankenwelt zu ermöglichen. Das Buch überzeugt nicht unbedingt durch besonders ausgetüftelte Sätze, die man sich eventuell zwei, drei Mal durchlesen muss, bis man sie versteht; ganz im Gegenteil, der Sprachstil ist einfach gehalten und leicht zu verstehen, sodass der Leser an keinem Punkt den Faden der Geschichte verliert.

 

Für sämtliche Historik-Fans, ungeachtet des Alters, ist dieser Roman ein MUSS, da er mit Sicherheit einige mögliche Gründe für die Entstehung und die frühzeitige Auflösung des Kinderkreuzzuges darbietet. Aber auch für alle anderen, die nach einer spannenden Lektüre suchen, ist dieses Buch mehr als geeignet.

 

 

Zum Autor:

Harald Parigger, geboren am 09.09.1953 in Flensburg, ist ein deutscher Schriftsteller und Historiker, der durch eine Vielzahl historischer Romane, Kriminalromane, Erzählungen und Jugendbüchern Bekanntheit erlangte. Vorher studierte er in Würzburg und promovierte anschließend zum Doktor der Philosophie.

 

 

Daten zum Buch:

Harald Parigger, Der schwarze Mönch

Erschienen: 1994

Taschenbuchausgabe, 415 Seiten (dtv junior)

ISBN: 3-423-70519-1

 

 

- Quelle/Foto: OZ (RW)


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