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Donnerstag, 19. November 2015

FHM Expert.Circle: Das wirtschaftliche Potenzial der Mikroalgen

Prof. Dr. Michael Melkonian von der Uni Köln hielt den Expertenvortrag.

Die Besucher erfuhren viel Wissenswertes über die Welt der Mikroalgen.

Pulheim – „Schweben oder kleben? Die Zukunft der Mikroalgen-Biotechnologie“ lautete das Thema des aktuellen Expert.Circle, den die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) nun schon seit einiger Zeit in ihren Räumlichkeiten anbietet. Dabei handele es sich um ein „sehr aktuelles und wichtiges Thema“, so Dr. Stephan Schmitz, Professor für naturwissenschaftliche Grundlagen an der FHM, in seiner Begrüßungsrede.

 

Anschließend übergab er das Wort an den Experten des Abends, Prof. Dr. Michael Melkonian. Der renommierte Wissenschaftler hat den Lehrstuhl für Botanik an der Kölner Universität inne und sitzt nun sozusagen schon seit 47 Jahren im Elfenbeinturm, um sich intensiv mit der Algenforschung auseinanderzusetzen. Mikroalgen, meist im Wasser lebende pflanzliche Mikroorganismen, die keine Gliederung in Blatt, Sprossachse und Wurzel aufweisen, sind, was viele nicht wissen, für etwa 50% der globalen Photosynthese verantwortlich. „Jedes zweite Molekül Sauerstoff, das wir einatmen, stammt also von Algen“, erklärt Melkonian den interessierten Besucherinnen und Besuchern.

 

Die aussichtsreichsten biotechnischen Anwendungen von Mikroalgen liegen im Bereich Pharma, Nahrungsergänzung, Futtermittel und Kosmetik. Erstaunlicherweise ist dieses biotechnische Potenzial aber weitestgehend noch unerforscht und ungenutzt. Aber warum ist das so? Immerhin bringen Mikroalgen ähnliche Voraussetzungen mit wie in etwa Bakterien oder Pilze, die bekanntlich bereits seit Jahrzehnten wirtschaftlich genutzt werden.

 

Das Problem bislang: es gibt keine etablierte Technik für das Problem der Selbstbeschattung in wässrigen Medien suspendierter Mikroalgen. Ein neues Verbundschichtverfahren („Twin-Layer-System“), bei dem die Mikroalgen auf flächenförmigen Substraten immobilisiert werden, hat einen Paradigmenwechsel (vom „Schweben“ zum „Kleben“) eingeleitet. Die kostengünstige Produktion einer Vielzahl von Mikroalgenarten wird jetzt erstmals möglich. Damit steht der Mikroalgen-Biotechnologie eine rosige Zukunft bevor. Noch seien einige andere Verfahren auf diesem Sektor zwar nicht ökologischer, aber immer noch ökonomischer, so Melkonian. Das könnte sich mit dem neuen Verfahren bald ändern.

 

- Quelle/Fotos: OZ (FR)


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