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Freitag, 20. November 2015

Austauschschülerin aus Frankreich

Heute war es endlich so weit, meine Austauschschülerin aus der Bretagne kam zum ersten Mal nach Deutschland. Am Abend gegen 18 Uhr wartete ich mit meinen Mitschülern, Lehrern und Eltern ungeduldig auf die Franzosen. Doch irgendwie wollte der Zug, mit dem sie ankommen sollten, einfach nicht kommen. Normalerweise sollte er schon längst eintreffen, mittlerweile war es halb sieben. Wo blieb er denn?

 

Nach fünf Minuten kam eine Durchsage: „Linie RB27 nach Mönchengladbach Hauptbahnhof hat wegen einer technischen Störung ca. 20 Minuten Verspätung, wir bitten um Entschuldigung“, na super das war ja mal wieder klar, wenn man sich auf etwas freut, kommt immer etwas dazwischen. Erst nach weiteren zehn Minuten tat sich etwas, der Zug traf endlich ein. Eine große Menschenmenge stieg aus dem Zug und mittendrin eine Schulklasse mit vielen bunten Koffern. Aufgeregt schaute ich hin und her, bis ich meine Austauschschülerin entdeckte. Da war sie, Joséphine, die kleine Brünette kam grinsend mit ihrem violetten Koffer und ihrer großen Handtasche auf mich zu. Als sie direkt vor mir stand, gab sie mir ein Küsschen links und ein Küsschen rechts, wie es bei den Franzosen halt so üblich ist.

 

Nachdem die anderen Franzosen auch in ihren Familien untergekommen waren, fuhren wir endlich nach Hause. Auf dem Weg hatte ich das Gefühl, dass sich Joséphine noch sehr unsicher war, was sie tun oder sagen sollte. Verständlich, sie war schließlich in einem komplett fremden Land, mir würde es wahrscheinlich nicht anders gehen. Ich hoffte nur, dass sich das in den nächsten Tagen ändern würde.

 

Zu Hause angekommen, zeigte ich meiner Austauschschülerin alle Räumlichkeiten und ihr Zimmer. Während sie ihren Koffer auspackte, half ich meiner Mutter beim Kochen. Normalerweise gab es bei uns nie „typisch deutsches“ Essen, doch heute gab es Sauerkraut mit Wurst und Kartoffeln - was für ein Schmaus!

 

Am nächsten Morgen kam Joséphine die ersten beiden Stunden mit in den Unterricht, sie hatte Glück, sie durfte sich den „tollen“ deutschen Matheunterricht anschauen. Zwei Stunden lang hieß es nun, den Satz des Pythagoras zu büffeln, wie ich dieses Thema hasste. Wer braucht so etwas später noch? Niemand! Danach wurde es aber deutlich unterhaltsamer. Wir fuhren zum Shopping in die Kölner Innenstadt. Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Joséphine hingegen stürmte direkt in den ersten Schuhladen. Hinaus kam sie mit einer fetten Tüte voll mit neuen Schuhen, ach ja, typisch Mädchen.

 

Nach drei Stunden Shopping-Marathon trafen wir uns mit unseren Lehren vor dem Kölner Dom. „So jetzt geht’s noch auf den Kölner Dom liebe Leute“, freuten sich die Lehrer. Och nein, das war jetzt nicht deren ernst. Scheinbar schon! Also ging es hinauf. 533 Stufen warteten jetzt auf uns - ich hatte nach der ersten schon keine Lust mehr. Als wir endlich ganz oben angekommen waren, hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf ganz Köln. Der schwerfällige Aufstieg hat sich echt gelohnt, dass ich so etwas einmal sagen würde, hätte ich auch niemals gedacht.

 

Die nächsten Tage waren echt schön mit Joséphine und mir fiel der Abschied auch recht schwer. Meine einzige Aufmunterung war es, dass ich sie in drei Wochen wieder sehen werde, wenn ich zu ihr nach Frankreich fahre.

 

 

- Quelle: OZ (JK)

- Foto: OZ

 


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