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Freitag, 17. März 2017

Verleihung der Röntgenplakette 2017 am 8. April

Remscheid - Die Röntgenplakette der Stadt Remscheid wird in diesem Jahr an Prof. Dr. Henry N. Chapman verliehen. Die seit 1951 jährlich verliehene Röntgenplakette geht damit an einen herausragenden Wissenschaftler in Würdigung seiner Pionierarbeit auf dem Gebiet der Anwendung von Röntgenlasern zur Bestimmung der Struktur von biologischen Makromolekülen.

 

Die öffentliche Veranstaltung findet im Rahmen der Röntgenwoche 2017 am Samstag, 8. April, ab 11 Uhr im Minoritensaal des Kulturzentrums Klosterkirche, Klostergasse 8, 42897 Remscheid, statt (http://www.klosterkirche-lennep.de/). Nach dem Festakt wird im Webersaal zum Empfang gebeten. Die Veranstalter laden hierzu öffentlich ein und freuen sich ganz ausdrücklich über zahlreiche Gäste.

 

Mit Henry N. Chapman erhält ein international hoch renommierter britischer Biophysiker die Röntgenplakette 2017, der in der Röntgen- und Biophysik Physik bahnbrechende Entwicklungsarbeit geleistet. Mithilfe von freien Elektronenlasern entwickelt er neue Verfahren, mit denen sich komplexe Moleküle mit Hilfe ultrakurzer und hoch brillanter Röntgenpulse untersuchen lassen. Diese Röntgenpulse sind eine Milliarde Mal intensiver als Synchrotronstrahlung. Sie ermöglichen es, Bilder von Proteinkristallen in atomarer Auflösung zu erhalten. Dabei sind grundlegende Probleme zu überwinden. Durch die hohe Intensität der Röntgenstrahlung werden die verwendeten Proben innerhalb kürzester Zeit – mitunter in 10 Femtosekunden, also 10-15 Sekunden – zerstört. In enger Zusammenarbeit mit anderen Forschern entwickelte Henry Chapmann eine Methode, mit der er erstmals innerhalb solcher kaum vorstellbarer Zeitspannen Beugungsbilder von Bio-Molekülen aufnehmen konnte, ehe die Proben verdampften. Die als „Abbildung vor Zerstörung" („diffraction before destruction") beinahe sprichwörtlich in die Fachwelt eingegangene Methode eröffnete den hochauflösenden Abbildungsverfahren in den Lebenswissenschaften völlig neue Möglichkeiten. Zugleich bahnte sie einen Weg zur Bestimmung der Struktur von Makromolekülen wie dem HI-Virus, die nicht kristallisiert werden können. Auf diese Weise konnte Chapman beispielsweise die Struktur eines Parasitenproteins aufklären, das die tropische Schlafkrankheit verursacht – was zugleich die Stärke des Physikers zeigte, wegweisende Methodenentwicklungen mit grundlegenden wissenschaftlichen Fragen zu verbinden. In weltweiter Zusammenarbeit mit führenden Strukturbiologen konzentriert sich seine aktuelle Forschung auf die weitere Entwicklung von Verfahren, Geräten und Methoden, die die 3D-Bildgebung kleinster Kristalle und einzelner Moleküle ermöglichen soll. Für seine Forschungen wurde Chapman 2010 mit dem Björn H. Wiik Preis ausgezeichnet. 2015 erhielt er den mit 2.5. Mio. Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

 

Zur Person Prof. Dr. Henry N. Chapman

 

In Großbritannien 1967 geboren, studierte und promovierte Henry Chapman im australischen Melbourne. Nach seiner 1993 mit der Bragg Goldmedaille des Australischen Instituts für Physik ausgezeichneten Promotion über Röntgenoptiken folgten Postdoc-Jahre an der dortigen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization sowie in den USA, wo er zuletzt eine Arbeitsgruppe am renommierten Lawrence Livermore National Laboratory leitete. 2007 kam Chapman an das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg und wurde Gründungsdirektor des Centers for Free-Electron Laser Science (CFEL), einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Hamburg, der Max-Planck-Gesellschaft und des DESY.

 

 

- Quelle: Stadt Remscheid

- Foto: http://de.freeimages.com/photo/x-ray-photo-of-skull-1555223 / Dimitar Tzankov

 


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