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Donnerstag, 30. März 2017

Landrat unterstützt Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten

Rhein-Erft-Kreis - Landrat Michael Kreuzberg sorgt sich um die hohe Qualität der Arzneimittelversorgung durch freiberuflich geführte Apotheken insbesondere im ländlichen Bereich.


„Keine Versandapotheke kann persönliche Beratung, Notdienste, Notfallversorgung oder Arzneimittelherstellung erbringen. Die eigene Gesundheit ist ein solch intimer Lebensbereich, dass die persönliche Beratung in der Apotheke des Vertrauens unerlässlich ist“, so Kreuzberg. Menschen, die plötzlich erkranken oder chronisch erkrankt sind, können sich in Deutschland bisher darauf verlassen, dass sie jedes ärztlich verordnete Arzneimittel zu jeder Zeit, auch nachts und am Wochenende, zum gleichen Preis und mit dem gleichen hochwertigen Gesundheitsservice der Apotheken vor Ort erhalten. Dieser hohe Versorgungsstandard ist derzeit gefährdet:

 

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EUGH) vom 19. Oktober 2016 verstößt die in Deutschland geltende Arzneimittelpreisbindung gegen EU-Recht. Apotheken aus dem EU-Ausland müssen sich beim Versand verschreibungspflichtiger Medikamente nicht mehr an die in Deutschland geltende Preisbindung halten, obwohl diese für deutsche Apotheken weiterhin gültig ist. Der daraus resultierende Wettbewerbsnachteil niedergelassener Apotheken bedroht die medizinische Versorgung besonders im ländlichen Raum.


Michael Kreuzberg betont: „Die Apotheken erfüllen als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge einen gesetzlichen Gemeinwohlauftrag. Ihnen kommt eine wichtige Funktion zur Sicherung der Daseinsvorsorge und als Teil der regionalen gesundheitlichen Versorgung zu.“


Zur Sicherung der intakten Versorgungsstrukturen hat der Bundesrat beschlossen, den Versandhandel verschreibungspflichtiger Medikamente vollständig zu untersagen; ein grundsätzliches Versandverbot sieht der EUGH aus Gründen des Gesundheitsschutzes als gerechtfertigt an, nicht jedoch die Preisbindung. Ein aktueller Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit greift diesen Ansatz nun auf.


Landrat Kreuzberg ruft die Bundesregierung auf, den vorliegenden Entwurf umgehend umzusetzen und damit die gesetzlichen Maßnahmen zum Erhalt der hohen Qualität in der Arzneimittelversorgung durch freiberuflich geführte wohnortnahe Apotheken sicherzustellen: „Die noch anstehenden Ressortabstimmungen dürfen nicht zu einer Aufweichung des in Rede stehenden Verbots des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten führen.“

 

 

- Quelle: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

- Foto: http://de.freeimages.com/photo/tablet-1173911 / leagun


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