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Montag, 24. Juli 2017

Von hier aus: wie „Das Silberne Segel“ ins Bochumer Planetarium kam

Bochum - Tobias Wiethoff verbrachte ein halbes Jahr lang jede Minute vor seinen Rechnern, sogar seine Matratze lag irgendwann daneben. Der gebürtige Bochumer ist Technischer Leiter im Planetarium. Der erfahrene Programmproduzent hat für die neue Show im Planetarium „Das Silberne Segel“ die Bilder gemacht und ist merklich stolz auf das Ergebnis: „Ich habe mein ganzes Herzblut in dieses Projekt gesteckt“, so Wiethoff. Im Mai wurde das Familienmusical uraufgeführt im Bochumer Planetarium. „Seitdem bekomme ich wieder täglich frische Luft und genügend Schlaf“, merkt er lächelnd an.

 

Wiethoff brachte die Idee aus Hamburg mit nach Bochum: An seinem alten Arbeitsplatz im Hamburger Planetarium lernte er den Kinderbuchautor Wolfram Eicke aus Lübeck kennen, der die Geschichte zum Silbernen Segel kreiert hat. Wiethoff war sofort gefesselt von der Geschichte: Der verwaiste Randolf wird in Träumen aufgerufen, eine alte Prophezeiung zu erfüllen: „Die Herzen der Menschen, dunkel vor Angst, ersehnen den Schimmer des silbernen Segels.“ Ein Abenteuer beginnt, das Randolf bis an die Grenzen seiner Kraft fordert. Denn auch der finstere Piratenkapitän Eisenfuß sucht das mystische Segel. Kann Randolf auf dem weiten Meer Verbündete gewinnen und seine Angst besiegen?

 

Im Austausch mit dem Autor kam Wiethoff dann die Idee für die Planetariumsshow. Die Vorbereitungen für die Umsetzung der Geschichte in Bilder dauerten rund zwei Jahre. Ein halbes Jahr vor der geplanten Premiere kam dann die heiße Phase der Entstehung, die Wiethof fast ausschließlich vor oder neben dem Rechner verbrachte. „Die besondere Leistung dieser Umsetzung besteht darin, dass man schon am Rechner eine Vorstellung davon haben muss, wie die Bilder am Ende auf der runden Kuppel aussehen“, erklärt Planetariumsleiterin Prof. Dr. Susanne Hüttemeister.

 

Deren sogenannte „Fisheye-Optic“ lässt die Zuschauer voll und ganz eintauchen in die Geschichte des verwaisten Randolf, der sich auf die Suche nach dem Silbernen Segel macht. So als wäre man mitten im Geschehen und das ganz ohne 3D-Brille. Die Maschinerie, die hinter solch eindrucksvollen Bildern steckt, ist beeindruckend: Ein Raum voller bunter Kabel in großen gläsernen Schränken nebst unzähliger blinkender Festplatten, die ein lautes Rauschen von sich geben. Diese „Randerblades“ sorgen dafür, dass alle Bildinformationen gebündelt und gleichzeitig auf der Kuppel sichtbar sind.

 

Doch nicht nur die Bilder des Familienmusicals sind besonders, auch die Klänge der neuen Show reißen die Zuhörer mit ins Abenteuer: Sie sind für das Special-Sound-System 10.1 abgemischt und jagen durch bis zu 32 Kanäle in die Ohren der Zuhörer. „Wir können hier in der Kuppel in ganz besonderer Weise Hörerlebnisse schaffen“, schildert der stolze Tobias Wiethoff.

 

Da war es sehr praktisch, dass auch schon die Musik zum Lesestoff bereit stand: Die neue Planetariumsshow ist mit der Musicalbearbeitung des Lesestoffes vertont, die Autor Wolfram Eicke mit dem Komponisten Hans Niehaus arrangiert hat. Und dabei mischen auch noch zahlreiche Promis mit: Den Charakteren an der Kuppel leihen Mitwirkende wie Nina Hagen, Annett Louisan, Stefan Gwildis, Joachim Witt, Naima und Rolf Zuckowski ihre Stimmen. Augenzwinkernd schief und schräg wird die Rolle des „Smutje“ gesungen – von Fernsehkoch Tim Mälzer. Als Erzähler führt Uwe Ochsenknecht durch die Geschichte.

 

Das halbe Jahr, das Tobias Wiethoff am Rechner verbracht hat, hat sich mehr als gelohnt: Herausgekommen ist eine mitreißende Show für Jung und Alt, ein Bild- und Klangerlebnis der besonderen Art für Menschen von 9 bis 99. So besonders, dass die Produzenten des Films bei der Vorabbesichtigung Tränen in den Augen hatten vor Rührung. Ein Moment, den Tobias Wiethoff nie vergessen wird. Sein Herzensprojekt begeistert nun auch die Herzen seiner Zuschauer.

 

- Quelle/Foto: Stadt Bochum


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