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Freitag, 28. Juli 2017

2. Bundesliga finanzkräftig wie nie - Abstand zur englischen Championship schrumpft

Frankfurt/München (ots) - Im Rahmen des 26. "Annual Review of Football Finance" hat Deloitte die zentralen Finanzzahlen des internationalen Profifußballs für das Geschäftsjahr 2015/16 analysiert. Neben den nationalen Top-Ligen haben sich insbesondere die zweithöchsten Spielklassen aus Deutschland und England aus wirtschaftlicher Sicht als europäische Größen etabliert. Parallel zur 1. Bundesliga konnte auch die 2. Bundesliga mit Erlösen von 529 Millionen Euro (exklusive Transfererlöse) einen Umsatzrekord verbuchen. Dies entspricht einem Umsatzplus von 14% bzw. 66 Millionen Euro gegenüber der Vorsaison. Zum Vergleich: Die niederländische Eredivisie verzeichnete einen Umsatz von 478 Millionen Euro. Wie in den Vorjahren blieb die zweithöchste englische Spielklasse, die Championship, mit Umsätzen von 745 Millionen Euro und in finanzieller Hinsicht das Maß aller Dinge, auch wenn der Vorsprung zur 2. Bundesliga aufgrund des geringen Wachstums von 4% auf 216 Millionen Euro geschmolzen ist.

 

"Die 2. Bundesliga profitiert von der Kopplung der Vermarktung an die 1. Bundesliga, aber auch von ihren starken kommerziellen Erlösen. So erwirtschafteten die 18 Clubs im Schnitt einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. In den vergangenen fünf Spielzeiten konnte zudem ein jährliches Umsatzplus von rund 8 % vermeldet werden. Dies unterstreicht das stabile Fundament und den gesunden Wachstumskurs der Liga", kommentiert Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

 

Starke kommerzielle Erlöse

 

Mit einem Ergebnis von 15 Millionen Euro pro Club weist die 2. Bundesliga verhältnismäßig starke kommerzielle Erlöse aus. Eine Entwicklung, die sich aber auch in der Bundesliga feststellen lässt. Wesentliche Bestandteile der Erlöse stammen aus dem Sponsoring, das in der Spielzeit 2015/16 um rund 2 Millionen Euro (+19 %) auf insgesamt über 10 Millionen Euro anstieg. Mit Einnahmen von 8 Millionen Euro liegt die englische Championship hier noch deutlich dahinter.

 

Medienerlöse immer wichtiger

 

Mit 15 Millionen Euro pro Club machen die Medienrechte in der Championship die mit Abstand höchsten Einnahmen aus. Das entspricht einem Anteil an den Gesamterlösen von im Schnitt 48%. Dieser Wert beinhaltet auch sogenannte "Fallschirmzahlungen" im Falle eines sportlichen Abstiegs, welche zum Abfedern finanzieller Einbußen genutzt werden. Premier-League-Absteiger erhalten im Schnitt bis zu 22 Millionen Euro mehr als in der Championship etablierte Clubs und haben somit zumindest finanziell einen deutlichen Vorsprung gegenüber diesen Mannschaften. In der 2. Bundesliga werden durchschnittlich 9 Millionen Euro (30%) der Erlöse aus Medienrechten generiert.

 

2. Bundesliga hat ordentliche Zuschauerzahlen ...

 

Wie die 1. Bundesliga überzeugt auch die 2. Bundesliga mit einem sehr guten Zuschauerschnitt. Pro Spieltag strömten im Durchschnitt rund 19.000 Zuschauer in die Stadien und sorgten für eine Stadionauslastung von 61%. Die Spieltagerlöse lagen im Schnitt bei 6 Millionen Euro. Die zweithöchste englische Spielklasse kommt hier auf 17.600 Fans pro Spiel und damit zu einer Auslastung von 65%. Aufgrund der höheren Ticketpreise führte dies zu Spieltagerlösen von 8 Millionen Euro pro Club.

 

... und wirtschaftet solide

 

Während finanzielle Anreize die Clubs der Championship zu immer weiteren Investitionen verleiten, die sie aus eigener Kraft nicht leisten könnten, wirtschaftet das deutsche Pendant überaus solide. Englische Clubs gaben mehr Geld für ihr Personal aus, als sie an Erlösen erwirtschafteten (101%). In Deutschland liegt der Anteil der Gehaltskosten am Gesamtumsatz hingegen bei nur 47%. Pro Club werden 14 Millionen Euro für Gehälter ausgegeben, in England sind es 31 Millionen Euro. Personalkosten von 248 Millionen Euro bedeuten jedoch auch für die 2. Bundesliga ein Rekordhoch und einen Anstieg um 39 Millionen Euro (+19%).

 

"Während die englische Championship seit Jahren deutlich in den roten Zahlen ist, weist die 2. Bundesliga ein nahezu neutrales Ergebnis aus. Dies verdeutlicht einmal mehr die positive und nachhaltige Entwicklung in Deutschlands zweithöchster Spielklasse und ist neben der gemeinschaftlichen medialen Vermarktung der beiden deutschen Ligen auch auf das Lizenzierungssystem der DFL zurückzuführen", ergänzt Hollasch.

 

- Quelle: Deloitte

- Foto: http://www.freeimages.com/photo/soccer-ball-1466760


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