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Dienstag, 10. Oktober 2017

Ein Fünftel aller Lkw besteht die Hauptuntersuchung nicht

Berlin (ots) - Über 20 Prozent der Lkw fallen mit erheblichen Mängeln durch den TÜV. Probleme bereiten insbesondere ältere Kleintransporter und leichtere Nutzfahrzeuge. Schwere Lkw und Zugmaschinen schneiden besser als der Durchschnitt ab. Das sind wichtige Ergebnisse des TÜV Report Nutzfahrzeuge, den der Verband der TÜV e.V. veröffentlicht. In die Mängelstatistik flossen über eine Million Ergebnisse der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptuntersuchung ein.

 

Ob Transporter, Zugmaschinen oder schwere Baustellenfahrzeuge: Nutzfahrzeuge bilden das Rückgrat der Mobilität unserer Wirtschaft. Sie sind im Dauereinsatz und hohen Belastungen ausgesetzt. Das schlägt sich auch auf die TÜV-Statistik nieder, deren Daten in den Jahren 2016 und 2015 erhoben wurden. Insbesondere Transporter und Lkw in den mittleren Gewichtsklassen liegen bei den Mängeln über dem Durchschnitt. So wurden bei 21,7 Prozent der Fahrzeuge bis 7,5t erhebliche Mängel festgestellt, zwischen 7,5t und 18t sind es sogar 22,8 Prozent. Ein besseres Ergebnis fuhren die schweren Lkw über 18t ein: Bei ihnen schneiden 18,1 Prozent mit erheblichen Mängeln ab. Der Durchschnitt bei allen Nutzfahrzeugen liegt bei 21,4 Prozent.

 

Defekte Scheinwerfer, Ölverlust an Motor und Antrieb sowie Probleme mit den Bremsen sind sicherheits- und umweltrelevante Mängel, die bei der Hauptuntersuchung häufig beanstandet werden. So stellen die TÜV-Experten an rund 11 Prozent der fünfjährigen Fahrzeuge erhebliche Mängel an der hinteren Beleuchtung fest. Auch ist Ölverlust an Motor und Antrieb ein Problem, je älter der Lkw ist. Nach fünf Jahren werden bereits bei 5 Prozent der Fahrzeuge Öl-Lecks festgestellt, was zu gefährlichen Fahrzeugbränden und Verschmutzung der Umwelt führen kann.

 

Besonders bei kleineren Transportern, die fünf Jahre und älter sind, stellen die TÜV-Experten Bremsenmängel fest. "Gemessen an den hohen Geschwindigkeiten dieser Fahrzeuge oder ihrem Einsatz im belebten Stadtverkehr sehen wir hier ein Sicherheitsrisiko", erläutert Richard Goebelt, Leiter des Bereiches Mobilität des VdTÜV. "Unternehmen sollten hier mehr Wert auf regelmäßige Wartung ihrer Fahrzeugflotten legen." Immerhin liegt die Quote für Bremsenmängel bei einzelnen Modellen bereits nach fünf Jahren bei über 10 Prozent.

 

Dass sich ein gutes Qualitätsmanagement und regelmäßige Wartung der Nutzfahrzeuge beim TÜV auszahlt, lässt sich an den Ergebnissen der schweren Lkw ab 18t ablesen. "Die Mängelquoten sind hier niedriger, weil die Flottenbetreiber durch vorausschauende Wartung ihre Fahrzeuge auf der Straße halten müssen", erläutert Goebelt, "der Ausfall eines Transportes innerhalb der Logistikkette brächte gravierende finanzielle Haftungsrisiken mit sich."

 

Die Ergebnisse des TÜV Report Nutzfahrzeuge zeigen aber auch den Nutzen des Systems der Technischen Überwachung für die Sicherheit in Deutschland. Die engmaschige neutrale Hauptuntersuchung führt dazu, dass sicherheitsrelevante Mängel rechtzeitig erkannt und danach behoben werden. Das gilt allerdings nur für Fahrzeuge, die auch in Deutschland zugelassen wurden. So wurden auf deutschen Autobahnen allein im Jahr 2015 etwa 40 Prozent der mautpflichtigen Kilometer von ausländischen Lkw zurückgelegt, über deren technischen Zustand nichts bekannt ist. "Wir empfehlen hier, die Unterwegskontrollen durch die nach Bundes- und Landesrecht zuständigen Behörden zu stärken", so Goebelt.

 

Eine wichtige Herausforderung stellen die neuen digitalen Technologien dar. Besonders für Nutzfahrzeuge bedeutet der Einsatz innovativer digitaler Systeme eine große Chance für mehr Sicherheit auf den Straßen und mehr Effizienz in den Logistikketten. Digitale Assistenzsysteme und Vernetzung ermöglichen auch bei Nutzfahrzeugen autonome oder teilautonome Fahrkonzepte. So können beim "Platooning" mehrere Fahrzeuge durch eine digitale Deichsel mit einander vernetzt werden und im Verbund fahren. Die Voraussetzung dafür ist eine flächendeckende und dauerhaft funktionale Verkehrsinfrastruktur: Ohne interoperable und zuverlässige Kommunikationsstandards wird es keine digitale Zukunft im Straßenverkehr geben.

 

Die vermehrten Cyber-Angriffe zeigen die Sicherheitsrisiken und die Verwundbarkeit vernetzter digitaler Systeme. Der VdTÜV empfiehlt daher eine konsequente Weiterentwicklung sowohl der Typgenehmigungsverfahren, als auch der periodischen Hauptuntersuchung, um künftig digital vernetzte Systeme sicher gestalten zu können. "Zusätzlich sollte auch die digitale Infrastruktur regelmäßig durch neutrale Organisationen überwacht werden, damit sich die Verkehrsteilnehmer auf die Sicherheit verlassen können", erläutert Goebelt. Darüber hinaus muss in jedem Fahrzeug der Schutz und die Weitergabe personenbezogener Daten klar geregelt sein. Hierzu hat der VdTÜV mit der Automotive-Platform ein Konzept entwickelt, das Datenschutz und IT-Sicherheit in jedem Fahrzeug gewährleisten kann.

 

 

- Quelle: OTS: VdTÜV Verband der TÜV e.V.

- Foto: OZ

 


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