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Freitag, 10. November 2017

Dämmerung ? – Fuß vom Gas!

Rhein-Erft-Kreis - Aktuell ist die Wildunfallgefahr erhöht.

Ein Großteil der Wildunfälle passiert in den frühen Morgen- oder den Abendstunden, denn in der Dämmerung sind Reh, Wildschwein und Co. besonders aktiv. Vor allem Bereiche zwischen Waldgebieten und Feldern sind Unfallschwerpunkte. Hier muss das Wild zur Aufnahme von Futter überwechseln.


Darum bittet die Kreisjägerschaft Rhein-Erft e. V. Autofahrer besonders achtsam zu sein. „Ein Reh von ca. 20 kg, hat bei einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs von 100 km/h ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne. Das kann lebensgefährlich sein,“ warnt Franz-Josef Kipshagen, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.


Besondere Gefahrenbereiche sind durch Warnschilder „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet. Hier gilt, Fuß vom Gas und besonders konzentriert fahren. Neben solchen, durch die Straßenverkehrsämter gekennzeichneten Bereichen, sind auch die Jäger in der Wildunfallprävention aktiv. „Wir bringen an Unfallschwerpunkten und in Bereichen von Wildwechseln, sogenannte Wildwarnreflektoren an,“ berichtet der Vorsitzende. Die blauen Reflektoren werden an den Leitpfosten angebracht. Durch das auftreffende Licht der Scheinwerfer fällt die Reflektion in Richtung des Wildes, welches so abgeschreckt wird. „Unsere Erfahrungen mit den Warnreflektoren sind positiv. Sie allein können einen Wildunfall aber nicht zu 100 Prozent verhindern, jedoch die Gefahr mindern,“ so Kipshagen weiter.


Trifft man auf wechselndes Wild, sollte man bremsen und das Lenkrad festhalten. Ruckartiges Ausweichen kann durch Kontrollverlust sehr gefährlich sein. Wenn trotz aller Maßnahmen eine Kollision passiert, muss neben unfallüblichen Maßnahmen, wie dem Sichern der Unfallstelle auch die Polizei benachrichtigt werden. In NRW ist man im Falle eines Unfalls mit Paarhufern, dazu zählen Reh, Muffel, Wildschwein und die Hirscharten, sogar gesetzlich dazu verpflichtet. Andernfalls begeht man nach dem neuen Landesjagdgesetz eine Ordnungswidrigkeit. „Normal sollte es im Sinne des Tierschutzes aber auch selbstverständlich sein. Nur so können wir Jäger das verletzte Tier suchen und von seinem Leid erlösen,“ erläutert er.


Für weitere Informationen gibt es entsprechende Broschüren des Landesjagdverbandes NRW – diese enthalten wertvolle Tipps, wie man einen Unfall vermeiden kann und sich im Fall der Fälle richtig verhält. Die Flyer finden Sie auf der Webseite des Landesjagdverbandes. Aber auch die örtlichen Kreisjägerschaften und Hegeringe beraten bei Fragen und Problemen gerne.



Die Kreisjägerschaft Rhein-Erft e. V. rät zu folgenden Punkten, um Wildunfälle zu verhindern.



- Fahrbahnränder genau beobachten
- Wildwechselschilder beachten
- Sicherheitsabstand einhalten
- bei Anblick eines Rehes, mit weiterem Wild rechnen


Wenn Wild auf die Straße wechselt, ist zu folgendem Vorgehen zu raten:

- Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden
- nachfolgenden Verkehr beachten
- An den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum o.ä.


Wenn es zu einem Unfall kommt und Sie ein Tier angefahren oder überfahren haben:



- umgehend anhalten
- Unfallstelle absichern
- bei Verletzten, diese versorgen
- überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernen, wenn dies nicht möglich ist kennzeichnen (Warndreieck, Blinklicht)
- Unfallort markieren
- unverzüglich die Polizei informieren
- Jagdausübungsberechtigten informieren ggf. über die Polizei
- Wildunfall durch Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.

 

- Quelle: Kreisjägerschaft Rhein-Erft e. V.

- Foto: http://www.freeimages.com/photo/animal-warning-sign-2-1349371 / Krzysztof Szkurlatowski


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