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Donnerstag, 07. Dezember 2017

Deutsche Umwelthilfe fordert : Nachhaltige Fangquoten und Fangverbot für akut vom Aussterben bedrohten Aal

Berlin (ots) - Fangquoten müssen endlich mit wissenschaftlichen Gutachten übereinstimmen - Nur so kann Fischereireform von 2013 rechtskonform umgesetzt und Überfischung gestoppt werden - Fangverbot für Europäischen Aal im Interesse künftiger Fischereimöglichkeiten unumgänglich

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den für Fischerei zuständigen geschäftsführenden Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Christian Schmidt und seine EU-Amtskollegen auf, bei der Sitzung des EU-Ministerrats am 11. und 12. Dezember keine über die wissenschaftlichen Empfehlungen hinausgehenden Fischfangquoten für 2018 in Nordsee und Nordostatlantik zu beschließen. Außerdem sollten die Minister unbedingt dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Fangverbot des Europäischen Aals zustimmen, der nach katastrophalen Bestandsrückgängen in den letzten Jahren in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for the Conservation of Nature and the Natural Ressources) in der höchsten Kategorie als vom Aussterben bedroht gelistet wird.

 

"Nur, wenn die wissenschaftlichen Empfehlungen befolgt werden, sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Fischerei in der EU eingehalten und eine Erholung der Bestände bis 2020 ist möglich", sagt Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. "Was den Aal angeht, ist es durch die von den Ministern in den letzten Jahren zugelassene dramatische Überfischung inzwischen fünf vor zwölf. Ohne Fangverbot wird es den Aal, den fast jeder kennt, in wenigen Jahren nicht mehr in unseren Flüssen und auf unseren Tellern geben."

 

Bei der Sitzung am 11. und 12. Dezember muss sich der Rat für Landwirtschaft und Fischerei für das Jahr 2018 auf Fangmöglichkeiten für den Atlantik, die Nordsee und andere Gebiete einigen. Bereits im Oktober 2017 wurden die Gesamtfangmengen für die Bestände in der Ostsee festgelegt. Seit einer umfassenden Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) 2013 sind inzwischen fast vier Jahre vergangen, und noch immer sind ihre Ziele bei weitem nicht erreicht.

 

Für den akut vom Aussterben bedrohten Europäischen Aal wurde von der EU-Kommission ein Fangverbot vorgeschlagen, nachdem wissenschaftliche Gutachten nachdrücklich darauf hingewiesen haben, wie wichtig es ist, alle gezielten Fischereien auf laichfähige Aale einzustellen, bis sich der Zustand des Bestands nachweislich klar verbessert hat. Aufgrund menschlicher Einflüsse hat sich der Zustand des Aalbestands zunehmend verschlechtert und gilt nun als kritisch: Der Bestand ist in den vergangenen 30 Jahren auf weniger als fünf Prozent geschrumpft. Die Fischerei soll nun dem Gutachten des ICES (International Council for the Exploration of the Sea) zufolge eingestellt werden, damit sich der Bestand durch Reproduktion wieder vergrößern kann.

 

"Nachdem Erhaltungsmaßnahmen in Form der auch vom Landwirtschaftsministerium favorisierten Managementpläne den Niedergang des Bestands bis hin zu dem derzeitigen kritischen Zustand nicht haben verhindern können, ist ein umfassendes und sofortiges Fangverbot für alle erwachsenen Aale das letzte Mittel, um diese außergewöhnliche, weit wandernde Art zu retten", sagt Ulrich Stöcker, DUH-Leiter Naturschutz. "Es ist besser, diese Art für einige Zeit gar nicht zu befischen als dies dann überhaupt nicht mehr zu können. Ein anderer Beschluss, der eine weitere Befischung erlaubt, käme nach derzeitigem Erkenntnisstand einer geplanten Ausrottung gleich, der sich die Minister sehenden Auges schuldig machen würden."

 

- Quelle: OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.

- Foto:http://de.freeimages.com/photo/fishing-nets-3-1421155 / Gerla Brakkee


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