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Samstag, 23. Dezember 2017

Biologische Vielfalt im Stadtgrün - eine Arche Noah für viele Arten?

Berlin (ots) - Grünflächen in Städten und Gemeinden werden immer mehr zum letzten Refugium gefährdeter Arten, zu Rückzugsräumen inmitten ausgeräumter Landschaften. Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, die biologische Vielfalt im privaten und öffentlichen Grün in oft dichtbesiedelten Ballungsräumen zu schützen und zu gestalten. Wie dies erfolgreich gelingen kann, zeigt eine Informationsveranstaltung mit Praxisbeispielen auf der IPM ESSEN 2018. Zielgruppe sind Baumschul- und Landschaftsgärtner sowie kommunale Entscheider.

Druck auf öffentliche Grünflächen nimmt zu

"Wir freuen uns, gemeinsam mit der IPM Essen und der Stiftung DIE GRÜNE STADT diese Veranstaltung ausrichten zu können und damit den für das Grün zuständigen Mitarbeitern in Kommunen viele Anregungen und Hilfestellungen für den Erhalt der Artenvielfalt zu geben," sagt Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. "Wir beobachten schon lange, dass der Druck auf die Grünflächen immer weiter zunimmt. Diese sollen aber für Frischluft und für Grün sorgen, Lebensraum für Tiere in der Stadt und gleichzeitig Erholungsort der Menschen sein." So erforscht die Baumschulwirtschaft in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungseinrichtungen seit Jahren, welche Bäume und Sträucher sich am besten für spezielle Standorte, wie eng bebaute Städte und viel befahrene Straßen eignen, den nötigen Lebensraum offerieren und außerdem gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Empfehlungen der BdB-Mitglieder und deren Pflanzenlisten informieren Kommunen hinsichtlich der Auswahl geeigneter Gehölze.

Stadtplaner und Landschaftsarchitekten berichten

Welche Möglichkeiten es gibt, für dringend benötigtes Grün in den Kommunen zu sorgen und dem Artenschwund zu begegnen, stellen Experten - darunter renommierte Stadtplaner und Landschaftsarchitekten - am 24. Januar in Essen vor. Dass es, teils auch mit sehr einfachen Mitteln, gelingen kann, den vielfältigen Anforderungen an öffentliche Erholungsflächen gerecht zu werden, und gleichzeitig unerwartete Synergien zu schaffen, wird in einem der Vorträge zur Initiative "Versmolder Blüten-Mehr" im Kreis Gütersloh (NRW) besonders deutlich. Hier wird gezeigt, wie Bienennährgehölze und / oder Blühmischungen das Ökosystem in der Stadt beflügeln.

Praxisbeispiel "Versmolder Blüten-Mehr"

Ziel war es, in Versmold für mehr nahrungsspendende Blüten zu sorgen. Seit 2012 werden jedes Jahr Blütenmischungen auf öffentlichen Flächen mit insgesamt bis zu 5.000 Quadratmetern ausgesät. "Die Aktion hat sich ungemein weiterentwickelt", freut sich der Initiator des Projektes und aktive Imker Friedrich-Wilhelm Brinkmann. "Mittlerweile sind viele Versmolder richtig wild auf das Saatgut und säen ihrerseits Blumen nochmals auf geschätzt bis zu 5.000 Quadratmeter in privaten Gärten aus." Mit dem wunderbaren Effekt, dass in Versmold von circa Mitte Mai bis zum ersten Frost immer etwas blüht. Ob Buschwinde, Goldmohn, roter und blauer Lein, Schleierkraut, Korn- und Ringelblumen - die Blumenflächen sind nicht nur für Tiere nützlich sondern haben auch einen hohen emotionalen Wert. Viele Menschen hätten schon vergessen, wie schön und vielfältig eine Blumenwiese sei. Durch das Versmolder Blütenmeer werden sie zudem tagtäglich für den Artenreichtum sensibilisiert, denn die Flächen sind - mitten in der Stadt - ein wahrer Tummelplatz für Schmetterlinge und andere Insekten. Brinkmann gibt in seinem Vortrag eine Einweisung in die Blühflächenerstellung. Diese reiche von den vielen positiven Ergebnissen über Kosten bis zu den Herausforderungen, die sich im Projektverlauf ergaben, so der Imker.

 

 

- Quelle: OTS: Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

 

- Foto: OZ


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