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Donnerstag, 05. Juli 2018

Hochwasser-Alarmsystem an Bonner Bächen wird weiter ausgebaut

Bonn - Kontinuierlich baut das Tiefbauamt der Stadt Bonn sein selbst entwickeltes Frühwarnsystem an Bachläufen aus - auch im Stadtbezirk Bonn. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die neuartigen Mess- und Warneinrichtungen am Lengsdorfer und Dransdorfer Bach montiert worden sind, steht in der Woche bis Freitag, 6. Juli 2018, die Installation von vier weiteren Alarmpegeln am Rheindorfer Bach und Endenicher Bachsystem an. Damit sind dann insgesamt 14 dieser Anlagen in Bad Godesberg und Bonn installiert, die insgesamt rund 280.000 Euro gekostet haben.

Nun werden die Standorte Henry-Spaak-Straße und Roncallistraße (beides Rheindorfer Bachsystem) sowie Pegel Katzenlochbach und Betriebshof SWB Dransdorf (Endenicher Bachsystem) mit den Frühwarneinrichtungen ausgestattet. Ziel ist, dass auch die Anlieger dieser Bachsysteme bei Starkregen möglichst frühzeitig über eine Hochwasserwelle informiert werden, um kurzfristig noch letzte Vorsorgemaßnahmen ergreifen zu können. Dazu wurden die Messstellen Roncallistraße und Betriebshof SWB Dransdorf noch zusätzlich mit Kameras bestückt.

Funktionsweise des Alarmpegels
Die Apparatur ermittelt ständig die Pegel der Bäche. Es handelt sich um eine mit Radartechnik arbeitende Messeinheit, die zuverlässig 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, Daten an einen Verkehrsrechner übermittelt, der eigentlich für Ampelschaltungen verantwortlich ist. Als weitere Komponente sind einige Messstellen zusätzlich mit Videotechnik versehen. Werden bei der Messung kritische Lagen erkannt, ermöglicht die Videotechnik eine rasche visuelle Kontrolle der Wasserstände und Brückendurchlässe.

Mittel- bis langfristig sollen alle Bonner Bachsysteme mit höherem Schadenspotential mit dieser Technik ausgestattet und so lückenlos Tag und Nacht überwacht werden. Die ermittelten Daten werden zur Feuerwehr übermittelt. Die Leitstelle der Feuerwehr kann dann die Warnung per Sirenenalarm, Warn-App NINA oder Radio-Durchsage auslösen. Grundlage dafür sind Warnschwellen, die das Tiefbauamt festlegt hat. Erhöhte Wasserstände laufen auch bei der Rufbereitschaft der Gewässerunterhaltung sowie der Ingenieur-Rufbereitschaft im Tiefbauamt auf, so dass die Mitarbeiter ebenfalls frühestmöglich vor Ort sind beziehungsweise notwendige Maßnahmen ergreifen können.


Bisherige Erfahrungen mit den Alarmpegeln

Das erste dieser neuen Frühwarnsysteme wurde im April 2017 am Mehlemer Bach installiert. Es folgten der Godesberger Bach und im November 2017 Einrichtungen am Lengsdorfer und Dransdorfer Bach. Die bislang gesammelten Erfahrungen mit den bisher zehn Alarmpegeln sind durchweg positiv. Bislang kam es erst dreimal zu Fehlmessungen – eine sehr geringe Quote, denn die Pegel messen alle fünf Minuten und dann gleich dreimal hintereinander. Ansonsten laufen die Alarmpegel bislang völlig störungsfrei und korrekt. Lediglich kleinere Nachkalibrierungen waren bisher notwendig.


Warnung vor der Hochwasserwelle

Um die Bonnerinnen und Bonner möglichst frühzeitig zu warnen, beschreitet das Tiefbauamt noch andere Wege: So wurden zunächst stadtweit und auf dem Gebiet der Gemeinde Wachtberg Regenmessstationen errichtet. Wenn bestimmte Niederschlagsmengen erreicht sind, melden sich die Geräte in festgelegten zeitlichen Abständen. Die Regenmesser sind einsatzbereit, die Datenübertragung zur Feuerwehr funktioniert. Die Ausweitung der Messungen insbesondere auch in Wachtberg wird sukzessive umgesetzt. Leider liefern Regenmesser nur bedingt belastbare Rückschlüsse auf die Pegelstände, so dass sie als unterstützendes System fungieren.


Stadt erinnert an Pflicht zur Eigenvorsorge

Die Stadt Bonn ergreift überall da, wo es möglich und wirtschaftlich darstellbar ist, bauliche Schutzmaßnahmen, erinnert gleichzeitig aber auch die Bürgerinnen und Bürger an ihre Pflicht zur Eigenvorsorge. Trotz der bisher gesammelten positiven Erfahrungen mit den neuen Alarmpegeln ist auch künftig keine vollkommen verlässliche Warnung möglich. Die Alarmpegel sind zusätzliche Bausteine in der Vorsorge bei Starkregen.

Letztlich handelt es sich bei Niederschlägen mit 100 oder mehr Jahren statistisch zu erwartender Wiederkehrzeit um Naturereignisse, vor denen es keinen umfassenden Schutz geben kann. Hinzu kommt, dass die Pegelmessstellen zwar eine Warnung ermöglichen, letztlich aber natürlich keinen Schutz vor den Folgen der Sturzfluten bieten.

Um die Bürgerinnen und Bürger für das Thema zu sensibilisieren, hat das Tiefbauamt mehrere Broschüren und Faltblätter entwickelt. Alle Informationen zum Thema gibt es auf der städtischen Internetseite www.bonn.de/@starkregen.

 

- Quelle: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn

- Foto: http://de.freeimages.com/photo/rain-1447986Wojciech Wolak


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