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Mittwoch, 18. Juli 2018

Feuerwehr 2017: Zahlen, Daten, Fakten

Düsseldorf - Die Feuerwehr hat am Mittwoch, 18. Juli, ihren Bericht mit dem Titel "Zahlen, Daten, Fakten 2017" vorgestellt. Mit mehr als 146.000 Alarmierungen wurden die Retter der Landeshauptstadt so oft angefordert wie nie zuvor. Dabei stellten die Mitarbeitenden von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr sowie von den Hilfsorganisationen ihre Leistungsfähigkeit und Professionalität erneut unter Beweis. "Die Broschüre 'Zahlen, Daten, Fakten 2017' von Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz zeigt die Bilanz einer schlagkräftigen, modernen und für die Zukunft gut aufgestellten Feuerwehr. Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz stellen ein hoch motiviertes Team. An 365 Tagen stehen mindestens 200 Frauen und Männer rund um die Uhr für die Menschen in der Landeshauptstadt bereit. Wenn es darauf ankommt, gehen die Retter buchstäblich durch das Feuer und setzen sich nicht nur für das Wohl der Menschen, sondern auch für die Tiere und die Umwelt ein. Es ist gut zu wissen, dass die zuverlässigen und schnellen Helfer immer für uns da sind", betonte Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes.

Von den 146.656 (2016: 141.013) Alarmierungen entfielen 134.490 (2016: 129.524) auf den Rettungsdienst. Darunter 87.749 (2016: 83.328) Fahrten zu Notfallpatienten, von denen bei 17.264 (2016: 17.910) der Notarzt Hilfe leistete. "Bei der Zahl der Notfalleinsätze ist eine stetige Steigerung von rund vier Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Dies hat einmal den Hintergrund, dass die Einwohnerzahl in Düsseldorf immer weiter ansteigt und die Menschen - nicht nur in Düsseldorf - älter werden und daher häufiger auf die medizinische Hilfe des Rettungsdienstes angewiesen sind", erklärt die Feuerwehrdezernentin. Die Zahl der Krankentransporte stieg dabei leicht an auf 46.741 (2016: 46.196) Einsätze.

Für die Feuerwehr erfasste der Einsatzleitrechner 12.166 (2016: 11.489) Alarmierungen: Davon 3.822 (2015: 3.424) Brandeinsätze - darunter 1.353 Wohnungsbrände, 127 Fahrzeugbrände, 127 Wald- und Bodenfeuer und 21 Großbrände. Weiterhin mussten die Feuerwehrleute 5.641 (2016: 5.751) Technische Hilfeleistungen bewältigen. Dazu gehören zum Beispiel die Rettung von 120 Menschen (2016: 108) bei Verkehrsunfällen, 1.258 (2016: 999) Tierrettungseinsätze und 783 (2016: 1.255) Gefahrenbeseitigungen von Sturmschäden und Wasseransammlungen nach Unwettern. Darüber hinaus fielen 2.697 (2016: 2.314) sonstige Einsätze an. Dazu zählen zum Beispiel die Tragehilfe in engen Treppenräumen oder in unwegsamem Gelände sowie der Einsatz von Drehleiterfahrzeugen zum Patiententransport für den Rettungsdienst und Kampfmittelfunde. "An der Einsatzbilanz ist zu erkennen, dass Düsseldorf weiter wächst und auch viele Menschen aus dem Umland dort ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Hinzu kommen die zahlreichen Gäste unserer Landeshauptstadt, die sich ebenfalls in den Einsatzzahlen widerspiegeln", sagt Branddirektor David von der Lieth.

Die Disponenten der Leitstelle nahmen 2017 insgesamt 315.450 (2016: 317.645) Telefonanrufe entgegen. Darunter 162.619 Notrufe (2016: 166.619), die über die Notrufnummer 112 eingingen. Ein Anrufer musste im Durchschnitt rund 5,5 Sekunden (2016: 5,0) warten, bis ein Disponent frei war und das Gespräch annehmen konnte. Im Jahresdurchschnitt bearbeiten die Feuerwehrmitarbeiter alle 3,6 Minuten (2016: 3,7) einen Einsatz in der Leitstelle.

Der 24-Stunden-Tagesdienstplan sieht 151 Führungs- und Feuerwehrmitarbeiter, Rettungsassistenten und Spezialeinsatzkräfte vor - weitere rund 50 freiwillige Feuerwehrleute können hinzugezogen werden. Insgesamt arbeiten im Amt 1.029 (2016: 973) Mitarbeiter, davon 36 Frauen (2016: 17). Bei den zehn Freiwilligen Feuerwehren gibt es 354 (2016: 278) aktive Mitglieder, davon 32 (2016: 23) Frauen.

Einsatzbeispiele 2017
Ein Leitstellendisponent der Feuerwehr Düsseldorf leitete am 9. Januar via Telefon eine 33-jährige Mutter in der Wiederbelebung ihres drei Tage alten Babys an und entsandte zeitgleich den Rettungsdienst nach Eller. Beim Eintreffen des Notarztes atmete das Kleinkind bereits wieder.

Am 15. Februar verletzte sich ein städtischer Mitarbeiter bei Kontroll- und Wartungsarbeiten im Hohlkörper der Theodor-Heuss-Brücke. Nach medizinischer Versorgung im Brückeninneren durch den Notarzt, konnten die Höhenretter den Mann in einer zeit- und personalintensiven Rettung befreien. Der 60-Jährige kam verletzt in ein Krankenhaus.

Rund 52 Stunden beschäftige die Feuerwehr Düsseldorf die Havarie eines Kiesfrachtschiffes im Reisholzer Hafen. Durch einen massiven Wassereinbruch im Laderaum mussten am 19. Februar bis zu 71 Feuerwehrleute mehrere Pumpen in das Schiff einbringen, um bis zu 16.000 Liter Wasser die Minute abzupumpen. Erst nach mehr als zwei Tagen konnte das Schiff mit Hilfe eines Schleppschiffes zur Reparatur in den Neusser Hafen gezogen werden.

Die größte Evakuierung in Düsseldorf in Folge einer Kampfmittelentschärfung fand am 8. März im Düsseldorfer Norden statt. Rund 8.000 Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen - Autobahnen und Bahnlinie wurden gesperrt. Knapp 600 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und vom Technischen Hilfswerk waren 24 Stunden lang im Einsatz.

80 Patienten des Universitätsklinikums Düsseldorf mussten am 15. März aufgrund eines Brandes in einem Versorgungsschacht von ihren Stationen evakuiert werden. Die personal- und zeitaufwendige Suche nach dem Brandherd dauerte dreieinhalb Stunden. Eine brennende Rohrummantelung im fünften Stockwerk konnte schnell gelöscht werden. Es kamen keine Menschen zu Schaden.

Am Donnerstag, 20. April, hatte eine 60-jährige Reiterin - als sie mitten im Hasseler Forst unterwegs war - einen medizinischen Notfall. Mit ihrem Handy sendete sie mittels der Standortfunktion eines Messenger Dienstes dem Leistellendisponenten der Feuerwehr die genaue Position. Wenig später brachte ein Rettungswagen die Frau in ein Krankenhaus.

Ende Juni erreichte die Feuerwehr Düsseldorf ein Notruf vom Zamek-See. Beim Baden war ein Mann untergegangen und nicht mehr aufgetaucht. Über sechs Stunden suchten Taucherstaffeln aus Hilden, Duisburg, Neuss und Düsseldorf sowie Rettungsspürhunde nach dem Vermissten. Trotz der schnellen und intensiven Suche konnte der 29-Jährige nur tot geborgen werden.

Beim G20-Gipfel im Hamburg unterstützte ein Feuerwehrsprecher aus Düsseldorf die Kollegen in der Hansestadt. Beim sogenannten "Social-Media-Monitoring" liefen teilweise bis zu 60 Nachrichten in der Minute über einen Suchbegriff ein, die nach Wahrheitswert und Relevanz beurteilt werden mussten. Dadurch konnten wertvolle Informationen zur genauen Lagebeurteilung nach Hamburg weitergegeben werden.

Bei einer Hausauflösung in Wittlaer fanden Arbeiter am 20. Juli eine Königspython und alarmierten die Feuerwehr. Sie wurden durch einen Reptilienfachmann unterstützt. Nach erfolgreicher Rettung durch den Spezialisten kam das Tier in einen Naturpark nach Brüggen.

Am 30. Juli rückten die Höhenretter zur Unterstützung der Feuerwehr nach Köln aus. Aufgrund eines verkeilten Hilfsseils an einer Kabine mussten rund 80 Passagiere aus Gondeln gerettet werden. Die Höhenretter von der Münsterstraße brachten die Menschen wieder auf sicheren Boden. Nach rund sechs Stunden waren die zwölf Einsatzkräfte wieder zurück in der Landeshauptstadt.

Ende September unterstützen Rettungsdiensteinheiten aus Düsseldorf bei einer Reizgasfreisetzung in Haan im Kreis Mettmann. 31 Schülerinnen und Schüler verletzten sich dabei. Vor Ort versorgten drei Rettungswagen und ein Notarzt aus Düsseldorf sechs Jugendliche medizinisch und brachten diese anschließend in umliegende Krankenhäuser.

Am späten Abend des 15. Novembers rückte die Feuerwehr zu einem Großeinsatz nach Benrath aus. In einer 100 Meter langen, leerstehenden Halle fraßen sich die Flammen auf rund 30 Meter durch das Dach. Insgesamt fünf Löschrohre und zwei Löschzüge waren rund 90 Minuten im Einsatz. Es gab keine Verletzten.

Bei einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Taxi an der Kreuzung Hüttenstraße/Helmholtzstraße wurde die Pkw-Fahrerin am frühen Abend des 7. Dezembers in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. In Absprache mit dem Notarzt befreite die Feuerwehr sie. Ein Rettungswagen transportierte die Verletzte anschließend in ein Krankenhaus.

Informationen zu den Sondergruppen der Feuerwehr
- Höhenretter: Die Höhenretter sind an der Feuer- und Rettungswache auf der Münsterstraße stationiert. Täglich sind mindestens fünf der insgesamt 46 ausgebildeten Spezialisten im Dienst, die bei einem Einsatz direkt mit dem Gerätewagen "Höhenrettung" zum Einsatzort ausrücken.
- Taucherstaffel: Die Taucherstaffel der Feuerwehr Düsseldorf ist an der Feuer- und Rettungswache an der Hüttenstraße stationiert. Täglich sind dort mindestens vier der rund 50 ausgebildeten Feuerwehrtaucher im Dienst. Mit dem Gerätewagen "Wasserrettung" und je nach Einsatzsituation mit einem Rettungsboot auf einem Anhänger rückt die Staffel zu den Einsätzen aus.
- Reptilienfachgruppe: Insgesamt sechs Feuerwehrmänner haben den speziellen Sachkundenachweis beim Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V. (BNA) abgelegt und versehen regulär ihren Dienst auf verschiedenen Feuerwachen in Düsseldorf. Jeden Tag befindet sich ein Reptilienfachmann im Dienst. Bei einem Einsatz in oder um Düsseldorf herum sind die Fachleute der Feuerwehr entweder beratend am Telefon tätig oder fahren bei gefährlichen Tieren über die Stadtgrenze hinaus, um Spinnen, Echsen, Leguane oder Schlangen fachgerecht einzufangen.
- Sondereinsatzgruppe-Rettungsassistenten (SEG-RA): Die Gruppe besteht derzeit aus rund 130 Rettungsassistenten und Notfallsanitätern der Feuerwehr, die bei einem Massenanfall von Verletzten mit mehr als 20 zu erwartenden Patienten (MANV) über eine telefonische Alarmierung von der Leitstelle in den Einsatz gebracht werden. Regulär sind die medizinischen Fachleute im Einsatzdienst auf den Düsseldorfer Feuer- und Rettungswachen eingesetzt und verfügen daher über viel Einsatzerfahrung.
- Hochinfektionskomponente (HIT): Die Hochinfektionskomponente ist an der Feuer- und Rettungswache Werstener Feld stationiert. Zu dem Infektionsrettungswagen, der den Transport von hochansteckenden Patienten technisch möglich macht, sind zusätzlich rund 80 Mitarbeiter der Feuerwache im Umgang und der Handhabung mit diesen Patienten geschult. Durch die regelmäßigen modularen Aus- und Fortbildungen in Zusammenarbeit mit der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums Düsseldorf sind alle Beteiligten immer bestens aufeinander abgestimmt.
- Bauunfallzug: Neben dem alltäglichen Einsatzgeschehen übernimmt die Feuer- und Rettungswache 4 zusammen mit Einheiten der Feuerwache 10 die Sonderaufgabe, bei Bauunfällen Hilfe zu leisten. Beispielhaft ist das Abstützen von einsturzgefährdeten Gebäude(-teilen) oder auch das Befreien von verschütteten Personen. Das Personal der Feuerwache 4 wird hierfür ausgebildet. An der Feuerwache 10 absolvieren alle Einsatzkräfte ein viertägiges Baugrundseminar und frischen dort ebenfalls das angeeignete Wissen jährlich in einer Fortbildung auf.
- ABC-Zug: Der Gefahrgutzug der Feuerwehr Düsseldorf, auch ABC-Zug genannt, wird zu Einsatzstellen entsandt, bei denen Atomare, Biologische oder Chemische Stoffe freigesetzt wurden oder drohen in die Umwelt zu gelangen. Dazu zählen auch Verkehrsunfälle mit Austritt solcher Stoffe. Die Einheit setzt sich im Alarmierungsfall aus Fahrzeugen der Feuerwache Werstener Feld und der Umweltwache Posener Straße zusammen. Sie sind speziell auf die genannten Gefahren geschult, werden dahingehend regelmäßig fortgebildet und bringen spezielle Geräte und Werkzeuge mit an die Einsatzstelle. Der Umweltschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr komplettiert diese Einheit.
- OPEN-Team: Das OPEN-Team (Organisierte Personalunterstützung für Extremeinsätze und Nachsorge) der Feuerwehr Düsseldorf unterstützt seit 1995 Rettungsdienst- und Feuerwehrpersonal psychosozial. Kolleginnen und Kollegen aus dem Feuerwehrkreis bilden sich stets fort, um für Einsatznachbesprechungen nach belastenden Einsätzen, vertrauliche Gespräche in schwierigen Situationen und für Schulungen zur Verfügung zu stehen.


Feuerwehr-Splitter

- Heimrauchmelder - seit 1. Januar 2017 auch in bestehenden Wohnungen gesetzlich Pflicht: 594 (2016: 365) Hausalarme wurden der Feuerwehr gemeldet.
- Alarmierungen der Sondergruppen: 101 (2016: 63) Wasserrettungseinsätze für die Taucher, 92 (2016: 85) Mal rückten die Höhenretter aus und in 58 (2016: 55) Fällen war die Expertise und das Können der Reptilienbeauftragen gefragt.
- Februar: Oberbürgermeister Thomas Geisel ehrte 43 Feuerwehrleute der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr für 60 Jahre (1), 35 Jahre (23) und 25 Jahre (19) Zugehörigkeit.
- März: Das Kart-Team der Feuerwehr Düsseldorf belegte bei den Landesmeisterschaften der Berufsfeuerwehren den vierten Platz.
- April: Ingo Hansen (49 Jahre) löste nach über 15 Jahren Rolf Schliewe als Leiter des Tauchwesens bei der Feuerwehr Düsseldorf ab.
- Mai: Die Freiwillige Feuerwehr Unterbach weihte beim Tag der offenen Tür den Erweiterungsbau der Fahrzeughallen ein.
- Juni: Die Höhenretter wurden zum siebten Mal Deutscher Meister im Vergleich der Feuerwehren und die Handballmannschaft verteidigte beim Heimspiel in Düsseldorf den Deutscher-Meister-Titel.
- Juli: Feuerwehrpressesprecher Heinz Engels wurde nach 44 Jahren bei der Feuerwehr in seinen Ruhestand verabschiedet.
- August: Oberbürgermeister Thomas Geisel verabschiedete Feuerwehrchef Peter Albers nach über 36 Jahren im Dienst für die Menschen der Stadt in den Ruhestand.
- September: Mit der erstmalig ausgetragenen Firefighter-Challenge an der unteren Rheinwerft sowie mit der zehnten Auflage des Skyruns am ARAG-Tower fanden innerhalb von einer Woche zwei große Feuerwehrsportveranstaltungen statt.
- Oktober: Seit Anfang des Jahres gilt die Rauchmelderpflicht in allen Wohnungen. Die Feuerwehr zieht eine erste Bilanz und zeigt im Pressetermin, was es alles zu beachten gibt.

 

- Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf

- Foto: OZ


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