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Freitag, 09. November 2018

BPI-Themendienst - "Impfen schützt"

Eigene Darstellung des BPI basierend auf Daten des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums 2013

Berlin (ots) - Als die WHO im Jahr 1980 amtlich verkünden konnte, dass die Welt nun pockenfrei sei, war das ein großer Triumph. Zum ersten Mal hatte man es geschafft, einen hochinfektiösen Erreger zu besiegen, der im Laufe der Jahrhunderte weltweit Millionen von Menschen dahingerafft oder schwer entstellt hatte. Allein im 16. und 17. Jahrhundert erlag nach Expertenschätzungen etwa ein Drittel der Bevölkerung in Europa dem Pockenvirus. Erst durch bessere Hygiene und den flächendeckenden Einsatz von Impfstoffen gelang es, die gefährliche Infektionskrankheit einzudämmen und schließlich auszurotten. Zugleich zeigte sich, dass man im Kampf gegen Infektionskrankheiten weltumspannend kooperieren muss, wenn man eine Chance haben will. Das gilt auch heute noch, denn trotz zahlreicher internationaler Impfprogramme gibt es noch viel zu tun. Erst kürzlich berichteten die Medien darüber, dass die weltweit fast ausgerottete Kinderlähmung (Polio) in zehn Staaten wieder auf dem Vormarsch ist. Die WHO spricht von einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" und fordert die betroffenen, häufig von Krieg heimgesuchten Länder dazu auf, die Gefahr ernst zu nehmen und die entsprechenden Impfprogramme schleunigst umzusetzen. Aber nicht nur in fernen Entwicklungsländern haben Infektionskrankheiten eine Renaissance, sondern auch bei uns in Deutschland. So schlugen Behörden und Ärzte vor kurzem Alarm, weil die Zahl der Masernerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen sprunghaft angestiegen ist. Allein zwischen 2012 und 2013 habe es einen Anstieg von 170 auf rund 1700 Fälle pro Jahr gegeben, meldete das Robert-Koch-Institut (RKI). Als einen Hauptgrund für die gefährliche Entwicklung nennen die Experten unisono die Impfskepsis oder auch Gleichgültigkeit in der Bevölkerung.

Tatsächlich gibt es hierzulande nicht wenige Impfkritiker. Deren Vorwürfe reichen von "Impfungen sind überflüssig" über "Impfungen dienen nur dem Umsatz der Pharmaunternehmen" bis hin zu "Impfungen machen krank oder töten sogar". Die strikten Impfverweigerer unter ihnen plädieren sogar dafür, Infektionskrankheiten grundsätzlich "durchzumachen" um immun dagegen zu werden. Es gibt sogar sogenannte "Masernpartys" bei denen sich Kinder gegenseitig infizieren sollen. Eine gefährliche Entwicklung. Das RKI weist nicht ohne Grund darauf hin, dass Masern "keine harmlose Kinderkrankheit ist" und die Betroffenen mitunter sogar im Krankenhaus behandelt werden müssen. Und die renommierte Pharmazeutische Zeitung informiert: "Eine Maserninfektion schwächt die Immunabwehr der Patienten selbst bei unkomplizierten Verlauf oft noch für etwa sechs Wochen. In der Folge erleiden diese häufig eine bakterielle Superinfektion wie Lungen- und Mittelohrentzündung. Die schwerste Komplikation ist eine Gehirnentzündung. Für ältere Kinder und Jugendliche ist das Risiko besonders groß. 20 Prozent der Erkrankten sterben, Überlebende behalten sehr häufig Folgeschäden des Gehirns."

Angesichts solcher gefährlichen Risiken fallen die Nachteile, die Impfungen mit sich bringen können nicht sehr ins Gewicht. Natürlich kann es manchmal zu Impfreaktionen zum Beispiel in Form von Rötungen an der Einstichstelle kommen, aber wirkliche Impfkomplikationen oder gar bleibende Impfschäden sind nachgewiesenermaßen sehr selten. Da wiegt doch viel mehr, dass man sich selbst und andere vor Infektionen schützen kann und nicht zuletzt einen Beitrag zur weltweiten Eindämmung von Gesundheitsgefahren leistet. Einem jedem sollte klar sein: Es gibt keine bessere Methode, sich selbst und andere durch die sogenannte Herdenimmunität vor gefährlichen Erregern zu schützen als die Impfung. Die Hände in den Schoß zu legen darf keine Alternative sein.

 

- Quelle: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

- Grafik: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie


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