Einzugsgebiet NRW

Die OZ Onlinezeitung
auf Facebook



OZ – Onlinezeitung Zeitung für NRW UG (haftungsbeschränkt )

Anzeigen

NEU: Unsere OZ-App 2.0!
Android app on Google Play

Themen im Detail


Donnerstag, 13. Dezember 2018

Neun Monate Hilfe-Netzwerk 60plus

v.l.n.r.: Ali Doğan, Sozialdezernent der Stadt Sankt Augustin, Gerardo Behne, Wolfgang Kühn, Marlies Wasenitz (alle drei Ehrenamtler im Netzwerk), Walter Schilling, Senioren- und Pflegeberater und Jürgen Parpart, Fachbereichsleiter Soziales und Wohnen (beide Stadt Sankt Augustin), stellen die Angebote des Hilfenetzwerks vor und berichten über ihre Erlebnis der ersten neun Monate.

Sankt Augustin – Seit neun Monaten ist das Hilfe-Netzwerk 60plus aktiv. Über eine Hotline, die von ehrenamtlich Mitarbeitenden besetzt ist, werden niederschwellig Dienstleistungen an ältere Menschen in Sankt Augustin vermittelt. 40 Ehrenamtler, die sich im Netzwerk zusammengefunden haben, bieten vielfältige Unterstützungsleistung an. Besuche zu Hause oder im Pflegeheim, Unterstützung durch Botengänge oder beim Schriftverkehr, Begleitung zu Ärzten, Behörden oder zum Einkauf, Gesellschaft beim Spaziergang aber auch kleinere Hilfen in Haus oder Garten. Die Unterstützung ist nur temporär möglich und ersetzt keine professionellen Angebote oder Notfallhilfe.


Seit dem Start des Hilfe-Netzwerk 60plus gab es bereits rund 180 Kontakte mit älteren Menschen aus Sankt Augustin oder deren Angehörige. Häufig wurden umfassende Beratungsgespräche geführt oder an andere Stellen vermittelt. 53 Menschen konnte über die ehrenamtliche Unterstützung des Netzwerkes persönlich geholfen werden. Die Mitarbeitenden kamen dabei insgesamt 130-mal zum Einsatz. Dabei bildeten Nachfragen zu Hilfen in Haus und Garten und Besuchswünsche den Schwerpunkt der Hilfen. Hier zeigen sich auch die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements. Gerade der Bedarf an Gartenarbeit aber auch in anderen Bereichen ist häufig langfristiger Natur. Das Hilfe-Netzwerk kann mit den Ehrenamtlern nur vorübergehende Bedarfe abdecken. Mit dieser Zielsetzung ist das Netzwerk auch gegründet worden.


Viele Hilfesuchenden scheuen sich auch, das bis auf entstehende Auslagen kostenlose Angebot anzunehmen. Deshalb wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Aus den Spenden wurde beispielsweise ein Erste-Hilfe-Kurs für die Ehrenamtler angeboten. In regelmäßigen Helfertreffen tauschen die Aktiven Erfahrungen aus, werten Inhalt und Umfang der Einsätze aus und entwickeln die Angebote weiter. Die Ehrenamtler können sich zum Alltagsbegleiter qualifizieren lassen. Das Fazit der Ehrenamtler ist dann auch positiv. Egal in welcher Rolle sie eingesetzt werden, beschreiben sie ihren Einsatz als tolle Erfahrung. Zum einen können sie sich mit den vielfältigen Themen des Älter werden auseinandersetzen. Zum anderen erhalten sie viel von den Hilfesuchenden zurück. Ali Doğan, Sozialdezernent der Stadt Sankt Augustin bedankte sich bei den engagierten Ehrenamtlern. „Wir wissen wie wichtig das Ehrenamt für unsere Gesellschaft ist und freuen uns über alle, die mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und ihrer Erfahrung solche Angebote möglich machen.“


Walter Schilling, Senioren- und Pflegeberater der Stadt Sankt Augustin und Initiator des Hilfe-Netzwerkes bemerkt eine deutliche Zunahme seiner Beratungsanfragen. „Häufig ergibt sich in Gesprächen der Hilfesuchenden mit dem Ansprechpartner an der Hotline ein weitergehender Beratungsbedarf. Dieser wird dann an mich oder andere Stellen vermittelt. Für mich eine positive Begleiterscheinung des Projektes, da so das Beratungsangebot noch besser bekannt wird.“


Für die Zukunft haben sich die Netzwerker verstärkte Öffentlichkeitsarbeit vorgenommen. Ziel ist mehr ältere Menschen in Sankt Augustin mit dem Angebot zu erreichen und Mut zu machen sich zu melden. Außerdem soll die Vermittlungssoftware, die von einem Ehrenamtlichen selbst entwickelt wurde, weiter optimiert werden. Wer Lust und Zeit hat, in dem Projekt ehrenamtlich mitzuarbeiten, ist jederzeit willkommen.


Das Hilfe-Netzwerk 60plus ist dienstags von 14 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr im Erdgeschoss des Rathaus, Raum 9, telefonisch unter 02241/243-600 oder per E-Mail an hilfe60plus@sankt-augustin.de erreichbar. Weitere Informationen gibt es auf www.sankt-augustin.de unter dem Suchbegriff Hilfe-Netzwerk.


Das Projekt
In Sankt Augustin leben fast 26.000 Menschen, die älter als 50 Jahre sind, damit mehr als 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Etwa 13.000 von ihnen sind älter als 65 Jahre. Der demographische Wandel, die steigende Anzahl an Singlehaushalten, die fehlende Unterstützung der Familie durch entfernte Wohnorte oder die Altersarmut sind auch in Sankt Augustin ein wachsendes Problem. Der zunehmende Bedarf an altersgerechten Dienstleistungen kann nicht alleine von den professionellen Anbietern geleistet werden. Die bereits bestehenden Angebote, beispielsweise über die Kirchengemeinden, Vereine oder andere Institutionen, müssen daher ausgebaut und ergänzt werden.


Im Frühjahr 2017 begann unter Leitung der Senioren- und Pflegeberatung der Stadt Sankt Augustin eine kleine Gruppe von Ehrenamtlern ein auf Senioren zugeschnittenes Unterstützungsangebot zu entwickeln. Wesentliches Ziel sollte sein, älteren Menschen in Sankt Augustin durch das Angebot von „niederschwelligen Dienstleistungen“ ein möglichst langes Leben in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Im Austausch mit sozialen Dienstleistern, Kirchengemeinden und Vereinen wurden konkret bestehende Bedarfe abgeklärt und daraus ein Katalog von Hilfsangeboten entwickelt.


Seit März 2018 bietet das Hilfe-Netzwerk 60plus älteren Menschen in Sankt Augustin nachbarschaftliche Hilfe und Unterstützung an. Das Hilfe-Netzwerk 60plus kann für einen begrenzten Zeitraum Besuche zuhause oder im Pflegeheim, Unterstützung beim Schriftverkehr, Begleitung bei Behördengängen, zum Einkaufen, bei Spaziergängen oder kleinen Hilfen im und ums Haus oder der Wohnung anbieten. Es kann nicht eine Haushaltshilfe, einen ambulanten Pflegedienst, einen Handwerker ersetzen oder Notfall-Hilfe leisten.

 
Teilnehmer
- Ali Doğan, Beigeordneter der Stadt Sankt Augustin
- Jürgen Parpart, Fachbereichsleiter Soziales und Wohnen
- Walter Schilling, Senioren- und Pflegeberater
- Marlies Wasenitz, Vertreterin der Helferinnen und Helfer
- Gerardo Behne, Vertreter Hotline
- Wolfgang Kühn, Projektgruppe und Softwareentwicklung

 

- Quelle/Foto: Stadt Sankt Augustin


Nach oben

Bundesliga powered by Kicker Online

Anzeigen


Suchbegriffe: