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Freitag, 04. Januar 2019

Sankt Augustin bewirbt sich um das Label „StadtGrün naturnah“

2018 wurden im Zentrum 3.750 Quadratmeter mit heimischem Saatgut eingesät.

Sankt Augustin – Als eine von bundesweit 15 Kommunen ist Sankt Augustin vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Bündnis) für die Teilnahme am Labeling-Verfahren „StadtGrün naturnah“ ausgewählt worden. Das Bündnis zeichnet mit dem Label kommunales Engagement zur Förderung der biologischen Vielfalt aus. Honoriert werden beispielsweise die Verwendung heimischer Arten bei der Baumpflanzung oder die Anlage von Blühwiesen im innerstädtischen Bereich. Start des einjährigen Labeling-Verfahrens ist der 2. Januar 2019.


Menschen brauchen Grünflächen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gesundheit und Zufriedenheit von Menschen höher ist, wenn sie näher an Grünflächen leben. Besonders Kinder können hier ihren Drang nach Entdeckung und Abenteuer ausleben sowie heimische Pflanzen und Tiere beobachten. Werden innerstädtische Grünflächen naturnah gepflegt, profitieren auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Naturnahe Gestaltungsformen setzen jedoch häufig ein Umdenken in Verwaltung, Politik und Bürgerschaft voraus.



Sankt Augustin hat sich bereits auf den Weg gemacht, die biologische Vielfalt im Stadtgebiet zu erhöhen. Zuletzt wurden 2018 im Zentrum 3.750 Quadratmeter mit heimischem Saatgut eingesät. Auf einer nicht genutzten Friedhofsfläche in Menden wurde eine extensive Blühwiese angelegt und bei der Neugestaltung der Campus Magistrale wurden die Pflanzbeete insektenfreundlich gestaltet. Nach der Bestandsaufnahme und Zustandsprüfung der städtischen Grünflächen soll ein Gestaltungs- und Pflegekonzept erstellt werden. Vorgesehen sind zum Beispiel die naturnahe Gestaltung des Straßenbegleitgrüns und die weitere Umnutzung von nicht mehr genutzten Friedhofsflächen als extensive Blühflächen. Sandra Paul, Landschaftsarchitektin im Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin ist es ganz wichtig, hierfür Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen. „Es handelt sich eben nicht um wilde oder ungepflegte Bereiche sondern um naturnahe Grünflächen, auf denen Bienen und Schmetterlinge viel Nahrung finden.“ Gemeinsame Pflegeaktionen oder Grünpatenschaften sollen die Nachbarschaft einbinden.


Das Label „StadtGrün naturnah“ bietet Impulse und Unterstützung: Eine Vor-Ort-Beratung durch das Bündnis und der Austausch mit den weiteren Teilnehmenden helfen bei der Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen. Kostenlose Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sollen auch die Bürger für mehr Natur in der Stadt begeistern. Sankt Augustin beteiligt außerdem externe Akteure im Rahmen einer lokalen Arbeitsgruppe (LAG) am Labeling-Verfahren. Die bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt im innerstädtischen Bereich entscheiden am Ende, ob Sankt Augustin das Label in Bronze, Silber oder Gold erhält. Das Bündnis vergibt das Label für jeweils drei Jahre. Anschließend muss es durch eine Rezertifizierung erneuert werden.



Entwickelt wurde das Label im Rahmen des Kooperationsprojektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ des Bündnisses und der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) sowie unter Mitwirkung der Städte Frankfurt am Main, Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.



„Es gibt viele Wege, die Artenvielfalt im Siedlungsraum zu schützen und zu fördern. Auch die Sensibilisierung der Stadtbevölkerung für die Belange des Naturschutzes spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ möchten wir Städte und Gemeinden dabei unterstützen und für mehr naturnahe Grünflächen in Kommunen sorgen“, erklärt Jörg Sibbel, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses und Bürgermeister der Stadt Eckernförde.


Mehr zum Label „StadtGrün naturnah“ und dem Projektstart gibt es unter www.stadtgruen-natunah.de.

 

- Quelle/Foto: Stadt Sankt Augustin


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