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Sonntag, 17. Februar 2019

BHC demontiert Wetzlar mit 10:0-Lauf

Solingen - Die Bergischen Löwen haben einen furiosen Heimspielauftakt ins Jahr 2019 hingelegt. Nach dem 16:8-Halbzeitstand hatte sich sogar angedeutet, dass die Gastgeber die HSG Wetzlar aus der mit 2491 Zuschauern ausverkauften Klingenhalle fegen würden. Letztlich gelang ein nie gefährderter 26:22-Erfolg in der DKB Handball-Bundesliga. Ein unglaublicher 9:0-Lauf vor der Halbzeit entschied Partie, in der Csaba Szücs, Daniel Fontaine und Arnor Gunnarsson ihre Comebacks gaben, vorzeitig.

 

Dabei legten die Hausherren nicht einmal einen überzeugenden Start hin. Ein vergebener Abschluss, ein Fehlpass - und die HSG Wetzlar antwortete jeweils mit Treffern. Erst beim Stand von 0:3 erzielten die Löwen ihr erstes Tor durch Tomas Babak. Es folgte der erste kleine Löwen-Lauf: Linus Arnesson fing einen Wetzlarer Pass ab, bediente erneut Babak, der auf 2:3 verkürzte. Und auch danach war es der Schwede, der seinen Landsmann Max Darj mit einem Express-Pass zum 3:3 in Szene setzte. Die erste Führung leitete der von Anfang an in der Deckung stehende Csaba Szücs ein. Er eroberte die Kugel und brachte sie schnell in Babaks Hände, der vollstreckte.

Nur wenige Minuten der ersten Hälfte begegneten sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe. Bis zum 7:8-Zwischenstand rieben sich die Teams an der jeweils gegnerischen Deckung auf. Nils Torbrügge markierte im Fallen das achte Tor der Mittelhessen in der 17. Minute. Was noch niemand ahnte: Es war ein besonderer Wetzlarer Treffer, weil es für fast 20 Minuten der letzte gewesen sein sollte. Fabian Gutbrod glich aus dem Rückraum aus, und markierte wenig später auch die Führung. Dabei wurde er aber erwischt, wonach Wetzlar die schnelle Mitte spielte - und scheiterte. Den nicht erfolgten Pfiff fand das Klingenhallen-Publikum nicht lustig. 

Die aufgeheizte Stimmung half dem BHC deutlich mehr als den Gästen. In der Deckung hatten die Hausherren vollen Zugriff, Torhüter Christopher Rudeck ließ bis zur Pause überhaupt keinen Ball mehr rein, und auch Daniel Fontaine und Arnor Gunnarsson feierten erfolgreiche Comebacks. Gutbrod komplettierte einen persönlichen 4:0-Lauf. Es folgten Treffer von Gunnarsson, Rafael Baena, Kristian Nippes, Gutbrod und Milan Kotrc zur 16:8-Halbzeitführung. Rudecks Fangquote stieg auf knapp 53 Prozent an.

Dass es so nicht weitergehen konnte, war klar. Max Darj erhöhte nach der Pause zwar noch auf 17:8, doch bei 10:0 beendete Olle Forsell Schefvert den unfassbaren BHC-Lauf. Die Löwen brachten die Begegnung nun in aller Souveräneität zu Ende. Gutbrod wurde beim Abschluss erneut hart angegangen. Forsell Schefvert traf den sechsfachen Torschützen im Gesicht und kassierte dafür die rote Karte.

Die HSG Wetzlar gestaltete das Ergebnis aus ihrer Sicht zwar noch ein wenig freundlicher, hielt das "Unentschieden" in der zweiten Hälfte, wie Trainer Kai Wandschneider es während einer Auszeit nannte, und kam ganz zum Schluss sogar noch etwas näher. Doch es reichte bei weitem nicht, um das Duell noch mal spannender zu machen. Die Fans feierten ihre Löwen in den letzten Minuten mit stehenden Ovationen - wie sie es auch schon unmittelbar vor der Pause getan hatten. Diese fast 20 perfekten Minuten wird so schnell niemand vergessen.

Löwengebrüll - die Stimmen zum Spiel
Kai Wandschneider: "Herzlichen Glückwunsch an Seppel, Jörg und den BHC zum hochverdienten Sieg. Wir erwischen einen guten Start und schaffen es bis zum 8:8, das Spiel offen zu halten. Was wir nicht schaffen – und die ganze Woche besprochen haben – ist, den schnellen Anwurf und den Tempogegenstoß zu unterbinden. Wir haben vor der Pause zehn Gegenstoßtore bekommen. Im Positionsangriff standen wir gut. Wir selber vergeben drei Konter, die dann gekontert werden. Ich musste wechseln. Stefan Kneer hat uns sehr geholfen. Stefn Cavor hatte keinen guten Tag. Andere auch nicht. Da kommt der Bruch. Wir wollten in der zweiten Halbzeit Charakter zeigen und nicht total untergehen. Das haben die Spieler geschafft und Moral bewiesen. Wenn der BHC zu 1.000 Prozent durchgezogen hätte. Das Ergebnis "minus vier" spiegelt die Kräfteverhältnisse nicht zu zwei Dritteln wider. Die Abwehrleistung war ok."


Sebastian Hinze: "Danke für die Glückwünsche. Wir haben sehr gut verteidigt. Auch das Tempospiel war sehr gut, der Positionsangriff diszipliniert. Bei dem 8:0-Lauf hatten wir natürlich auch Glück. Den nehmen wir sehr gerne, das war spielentscheidend. In der Woche gab es nur ein Thema – wieder dahin zu finden, was uns stark gemacht hat. Das ist uns gelungen. Natürlich wäre es schon gewesen, die plus 9 aus der 50. Minuten mitzunehmen. Ich möchte das aber nicht überbewerten. Da hat die Konzentration nachgelassen, der Rhythmus ging verloren. Wir hatten auch viele Wechsel. Donnerstag ist bereits das nächste Spiel in Erlangen. Wir bauen keine Traumschlösser. Das war heute schon sehr ok."


Jörg Föste: "Schönen Dank für die Glückwünsche. Die Stimmungslage ist ausgezeichnet. Wir haben einen verdienten Sieg gefeiert nach einer herausragenden Deckungsleistung. Der Lauf in der ersten Halbzeit war spielentscheidend. Die zweite war zu vernachlässigen. Herauseben möchte ich Kristian Nippes, der sich trotz der gravierenden Blessur hineingestemmt hat."

 

- Quelle: BHC Marketing GmbH

- Foto: Andreas Fischer


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