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Mittwoch, 24. April 2019

Komm, bau ein Haus, das uns beschützt – Eine Projektwoche zur Fastenaktion in der Caritas KiTa Ferrenberg

Bergisch Gladbach - Auch in diesem Jahr gab es wieder ein Land zu entdecken, das durch Misereor-Hilfsprojekte unterstützt wird.


Unsere Reise führte uns nach El Salvador. In der KiTa Ferrenberg wurde das Thema in den Gruppen vorgestellt und alle Kinder, die Interesse hatten, konnten sich für die Projekttage eigenständig eintragen. So waren über die Hälfte der KiTa Kinder über vier Tage begeistert dabei, das Land mit allen Sinnen und großer Neugier zu bereisen.


Aufgeteilt in Kleingruppen erfuhren sie am ersten Tag, wo auf der Erde das Land liegt. „Nicht in Europa bei den Wildschweinen und Stieren, sondern im Wald, wo es viel regnet.“ Mit dem Finger auf dem Globus überquerten wir den Atlantik, erfuhren von den Spaniern, die ehemals diese Reise mit dem Schiff unternahmen und El Salvador („Der Retter“) einnahmen und den Glauben an Gott im Gepäck mitbrachten.

 

Auch wenn es im Regenwald nicht immer regnet, konnten wir erfahren, dass das Wetter dort anders ist als bei uns. Nach der erhabenen Mittellinie auf unserem Globus gefragt, kam ein Kind zu der Annahme, das könnte die Berliner Mauer sein. Wir hörten von Erdbeben, die in El Salvador wahrscheinlicher auftreten als bei uns. Wir philosophierten über deren Entstehung. Und wir erlebten anhand von Mini Holzhäusern, wie wichtig es ist, Häuser zu bauen, die den Erschütterungen der Erde besser Stand halten.

 

Dies ist zum Beispiel ein wichtiger Ansatzpunkt des Misereor Hilfsprojektes „Fundasal“ in El Salvador. Gemeinschaftlich werden auf den Dörfern Lehmziegel hergestellt, um stabilere Häuser zu bauen. So erlebte es auch der zehnjährige Angel, der uns mit seiner Familiengeschichte über die Woche begleitete.


Neben den Erdbeben gibt es noch andere Naturgewalten im Land: Vulkane. Ein Krater aus echter Kinder – Knete mußte als Modell herhalten. Dann wurde „Vulkanpulver aus El Salvador“ – ( auch Brausetabletten genannt) eingeführt und mit „Zauberwasser“ beträufelt – und alle waren gebannt, ob der Lava-Ströme, die sich auftaten.

 

Eine weitere Besonderheit war der Saft vom „Seifenblasenbaum“- Tempate! Außerdem konnten wir erfahren, dass viele Häuser im Land mit bunten Schutzkreuzen geschmückt sind.


In den folgenden Tagen durften wir gemeinsam das Erfahrene nacherleben. In einer Gruppe wurde ein stabiles, „putzfrauensicheres“ Haus aus Massen an Schuhkartons verklebt, bemalt, be-dacht und mit bunten Grafitti besprüht. Das Motto wurde von den Kindern in die Familien getragen, so dass auch eine Silikon-Spritze und im tiefhängenden Rucksack ein erdbebensicherer Lehmziegel von zu Haus mitgebracht wurde.

 

In einer anderen Ecke wurde mit Ton und Lehm ein landestypisches Dorf nachgebaut – „ und dann fehlten noch die Menschen und Bäume“ – alles in selbstvergessener Hingabe weitermodelliert und in manchen Fällen einfach das Mittagessen vor lauter Werktätigkeit vergessen.

 

In der Turnhalle konnte man ganzkörperlich erfahren, wie es ist, sich auf „wackeliger Erde“ zu bewegen oder wie Bausteine auf einem Trampolin kippen, wenn die „Trampolin-Erde“ bebt.


Die Eindrücke wurden von einer Kinderreporterin festgehalten und täglich in einer Beamershow noch einmal nacherlebt. Alles wurde untermalt von abgestimmten Liedern. Der Hit der Woche war: „Komm bau ein Haus, das uns beschützt“. Wir entdeckten Parallelen: Wie ein stabiles Haus und ein sicheres Dach uns im Inneren eines Hauses zu schützen vermag, so hält auch Gott seine Hände wie ein Dach über uns und beschützt uns vor den Widrigkeiten des Lebens. Diese Haltung schwebte durch die Räume und prägten unsere Zeit.

 

Ausdruck dieser Gedanken fanden die Kinder auch im Gestalten von bunten Schutzkreuzen, wie man sie in El Salvador oftmals vorfindet. Ob mit Engeln, Perlen, Federn, Schmuck, Herzen, Glitzer oder bunten Farben- die Kinder verliehen ihrem Gefühl vom Schutz Gottes über ihr einzigartiges Leben vielfältigen Ausdruck. Und es entstanden einmalige Kunstwerke.

 

Schließlich entwickelte sich der Wunsch, allen Kindern des Hauses und den Kindern in El Salvador Schutzkreuze zu schenken. Auch unser Haus – die KiTa - sollte ein großes, buntes Schutzkreuz erhalten. Hier konnte jeder sich mit Lieblingsschmuck und seinem Fingerabdruck – den es nur einmal auf der Welt gibt- verewigen. Ein großartiges buntes Schutzkreuz konnte somit beim Abschlussfest enthüllt werden, für das wir jetzt noch einen Ehrenplatz finden wollen.

 

Das Abschlußfest mit Wortgottesdienst und einem anschließenden gemeinsamen El-Salvadorianischen Mittagsessen (gefüllte Maisfladen und Mangos) war ein großes, lebendiges Fest, an dem wir das gemeinsam erlebte noch einmal feierten. Neben vielen Eltern waren auch einige Senioren des Seniorenzentrum Quirlsberg, mit denen wir regelmäßig Kontakt pflegen, zu Gast. Auch sie bekamen ein Schutzkreuz von den Kindern geschenkt.


In Liedern, Gebeten und lebendigen Rückblicken auf die Woche genossen wir unsere Gemeinschaft und schickten Fürbitten als Seifenblasen-Wünsche in den Himmel. Und es wurden immer weiter gesungen und getanzt –„komm, bau ein Haus...“, auch wenn schon längst das gemeinsame Essen bereit stand. Der Funkenflug war gelungen. Über der Gemeinschaft schwebte ein bereicherndes, beglückendes Gefühl.

 

Um mit den Worten einer Kollegin abzuschließen: „Hier haben wir tiefe Herzensbildung erlebt“ und nicht zuletzt Spenden in Höhe von 120,03 Euro zusammengetragen, um Projekte von Misereor, wie das in El Salvador, zu unterstützen.

 

- Quelle: Birgit Schmitz, KiTa Ferrenberg

 


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