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Donnerstag, 30. Mai 2019

Rumpfkader setzt Ausrufezeichen

Solingen/Minden - Mit einer über ganz weite Strecken überwältigenden Vorstellung komplettiert der Bergische HC sein Auswärtsprogramm der Saison 2018/19. Bei GWD Minden gelang es der Mannschaft, ihr Tempospiel abzuspulen - trotz vieler, teilweise spontaner Verletzungen. Kurz nach dem Anpfiff musste auch noch Linus Arnesson die Segel streichen. Dennoch geriet der 35:32-Erfolg nie in Gefahr.

Schon vor dem Anwurf hatten sich die Hiobsbotschaften beim Bergischen HC gehäuft. Dass Maciej Majdzinski (Kreuzbandriss), Daniel Fontaine (Achillessehnenriss) und Max Darj (Daumenbruch) fehlen würden, war absehbar gewesen. Doch kurzfristig mussten auch noch Bogdan Criciotoiu mit einer Entzündung in der Schulter und Fabian Gutbrod, der sich auf der Hinfahrt einen Nerv eingeklemmt hatte, aussetzen. Als dann auch noch Linus Arnesson nach seinem ersten Wurfversuch in der dritten Minute vom Feld humpelte, war der BHC restlos bedient. Der Schwede kam aufgrund einer Adduktorenzerrung auch nicht mehr wieder.

Die Auswahl im Rückraum war plötzlich sehr mau für Trainer Sebastian Hinze. Auf Tomas Babak lastete die alleinige Verantwortung in der Spielsteuerung. Halbrechts stand nur Kristian Nippes zur Verfügung, und auf der linken Seite, der Königsposition im Handball, mussten sich Max Bettin und der 18-jährige Alexander Weck abwechseln. Wer nun gedacht hatte, die dünne Besetzung würde zum Handicap, sah sich getäuscht.

Zumal der BHC zunächst auch gar nicht so oft im Positionsangriff spielte. Immer wieder gelangen der Mannschaft Ballgewinne, die sie zu schnellen Toren auf der anderen Seite nutzte. Doch nicht nur das: Auch die schnelle Mitte und zweite Welle setzte die Truppe mit aller Konsequenz ein. Der Erfolg in der ersten Halbzeit war phänomenal. Die Mindener Torhüter kamen nur zwei Mal an den Ball - alle anderen Abschlüsse fanden den Weg ins Netz. Jeffrey Boomhouwer und Arnor Gunnarsson waren dabei besonders in ihrem Element.

Letzterer musste kurz vor der Pause sogar im Rückraum aushelfen, als Nippes kurz behandelt werden musste. Immerhin bei dieser Personalie hatten die Löwen Glück. Der Kapitän konnte in der zweiten Halbzeit wieder ins Geschehen eingreifen. Gleiches galt für Csaba Szücs, der in der Deckung trotz nach wie vor stark lädierter Hand auf die Zähne biss. Der Slowake machte einen guten Job im Deckungszentrum - genau wie Leos Petrovsky und Alexander Weck, der sich immer mehr ans Bundesliga-Level gewöhnt. Bereits vor der Pause hatte der A-Jugendliche drei Mal erfolgreich Verantwortung übernommen - am Schluss sollte er sogar vier Treffer auf seinem Konto haben.

Der 20:15-Vorsprung zur Pause war zwar komfortabel, doch sicher konnten sich die Löwen freilich nicht fühlen. Zum einen hatten sie bei den Eulen Ludwigshafen drei Tage zuvor erst eine klare Führung aus der Hand gegeben, zum anderen funktionierte das Tempospiel fast schon zu reibungslos, um es über weitere 30 Minuten aufrecht erhalten zu können. Zusammen mit dem drohenden Kräfteverschleiß des Rumpfkaders rechneten sich die Mindener gewiss noch gute Chancen aus.

Doch die Löwen blieben unheimlich abgebrüht. Zwar kamen die Gastgeber zwischendurch auf drei Tore heran, aber auch vergebene Gegenstöße versetzten dem BHC keinen psychologischen Knacks. Mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit brachte die Mannschaft die Partie zu Ende. Nippes setzte einige entscheidende Treffer während der aufstrebenden GWD-Phase. Gunnarsson schraubte sein Torkonto auf zwölf herauf. Der Isländer hatte am gesamten Abend nur einen Fehlversuch.

Löwengebrüll - die Stimmen zum Spiel
Sebastian Hinze: "Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Die Jungs, die heute zur Verfügung standen, haben sich zu hundert Prozent an den Plan gehalten, haben daran geglaubt. Wir haben uns in der ersten Halbzeit den Vorsprung über ein überragendes Tempospiel erarbeitet. In der zweiten Hälfte haben wir gegen die 6:0-Deckung weiterhin sehr clever angegriffen und ordentlich verteidigt, kamen aber nicht mehr ganz so ins Tempospiel. Gegen die 5:1 haben wir deutlich bessere Lösungen gefunden als noch vor drei Tagen. Wir hatten dann eine kurze Phase, in der wir zwei Gegenstöße liegen lassen und zwei Mal vom Kreis frei verwerfen. Aber insgesamt haben wir mit 35 Auswärtstoren ein starkes Tempospiel gehabt und gut im Positionsangriff gespielt. Die Abwehr war ordentlich. Daher war es ein verdienter Sieg. Ich bin sehr stolz auf die Jungs."


Frank Carstens: "Es war ein absolut verdienter Start-Ziel-Sieg. Man hat unserem Team angemerkt, dass es viel wollte. Das hat uns in der ersten Halbzeit im Weg gestanden. Wir hatten großen Respekt vor dem Tempospiel, haben deshalb ohne Angriff-Abwehrwechsel agiert. Das hat dazu geführt, dass wir nicht die nötige Präzision hatten für den finalen Pass. Dadurch ist der BHC immer wieder ins Tempospiel gekommen. 13 Gegentore per Konter in der ersten Halbzeit waren das. So kann man kein Spiel gewinnen. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas ruhiger agiert und damit noch ein kleines bisschen Druck aufgebaut. Aber wir haben dann doch entscheidende Fehler gemacht, und der BHC hat seine Stärken gut ausgespielt. Der BHC hat ein überragendes Jahr gespielt. Ich kann Sebastian Hinze und seinem Team nur gratulieren - zur Entwicklung und Leistung in diesem Jahr. Das ist fantastisch und herausragend."

 

- Quelle: BHC Marketing GmbH

 


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