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Dienstag, 03. September 2019

Tag des offenen Denkmals „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Hilden - Am 8. September findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. In diesem Jahr heißt das Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Auch in Hilden werden die Besucher an diesem Tag zahlreiche Baudenkmäler in Hilden besichtigen können.

 

Beim Tag des offenen Denkmals handelt es sich um die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Mehr als 8.000 Denkmale stehen an diesem Tag überall in Deutschland im Mittelpunkt und öffnen ihre Türen. In Hilden werden 11 Veranstaltungen über den ganzen Tagverteilt angeboten.

 

Der Tag des offenen Denkmals ist eine einmalige Gelegenheit, Einblicke in die spannende Weltdes Denkmalschutzes zu nehmen. Eine Welt, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

 

Das diesjährige Thema heißt „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Mit diesem Motto wird anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses dazu eingeladen, den Blick auf revolutionäre Ideen oder technische Fortschritte über die Jahrhunderte zu richten. Kaum eine andere Strömung als das Bauhaus steht mehr für die Abkehr von bestehenden Konventionen - in künstlerischer ebenso wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Dies schuf auch die Grundlage für neue Kunst - und Baustile, die Zeitzeugen der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten darstellen.

 

In Hilden gibt es leider nur ein Baudenkmal, in dem sich die Architekturelemente des Bauhauses wiederfinden. Dies ist das Wohn- und Geschäftshaus Mittelstraße 72/Ecke Schwanenstraße. Das Gebäude hat kubische Elemente des Bauhauses wie das Flachdach, die Fenstergestaltung und waagerechte Fassadenelemente, nimmt aber auch gleichzeitig herkömmliche und ortstypische Elemente wie beispielweise die Lochfassade der Fenster und die Verschieferung von Teilen der Fassade auf. Daher wird dieses Gebäude in diesem Jahr besonders gewürdigt, indem es auch das Motiv des Sonderstempels der Briefmarkenfreunde Hilden ist.

Umbrüche entstehen aber auch durch neue Nutzungen historischer Gebäude.

 

Bestes Beispiel ist das AWO Gebäude „Die Fabrik“. Errichtet wurde dieser Backsteinbau als Fabrikationsgebäude der ehemaligen Walzengravieranstalt Waldeck und Nacke, die im Jahre 1852 gegründet wurde. Davon zeugt noch heute die Jahreszahl am Balkongitter des Betriebsgebäudes, die erhalten wurde. Auch der neue Name „Die Fabrik“, die das Gebäude nach der Sanierung erhalten hat, erinnert an die ursprüngliche Nutzung. In diesem Gebäude wurden Muster in Walzen eingraviert. Die gravierten Walzen wurden für das Bedrucken von Tuch gebraucht.

 

Das Betriebsgebäude wurde vom LVR-Amt für Denkmalpflege bei einer Begehung 2006 nicht als Einzeldenkmal angesehen. Es ist jedoch ein für den Denkmalbereich Walder Straße unverzichtbares Gebäude und gehörte zu dem an der Straße liegenden Gebäude Walder Straße 24a. Es diente um 1900 als Wohn- und Bürogebäude für die Walzengravieranstalt. Auch dieses Gebäude ist am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen.

Ziel des Denkmalschutzes ist es auch, für die historischen Gebäude eine Nutzung zu finden. Oftmals bedeutet dies, eine andere Nutzung als die ursprüngliche zu finden. Eine Walzengravieranstalt und auch eine mit Wasser betriebene Mühle in der Innenstadt Hildens, wie ursprünglich die Gottschalksmühle, sind nicht mehr zeitgemäß. Die Nutzungen bedeuten aber oft, dass Veränderungen der Gebäude erforderlich werden. Ziel der Denkmalpflege ist dabei immer der Erhalt der originalen Bausubstanz. Daher ist es oft besser, ein neues, modernes Bauteil hinzuzufügen, wie beispielsweise bei der Gottschalksmühle.

Die Umnutzungen der Gebäude bedeuten Umbrüche, womit wir wieder beim diesjährigen Motto sind. In der neuen Nutzung alter Gebäude, teilweise mit dem Hinzufügen von neuen, modernen Bauteilen, spiegelt sich das Motto vom bundesweiten Tag des offenen Denkmals in den diesjährigen Programmpunkten hier vor Ort wieder:

 

1. Die historische Kornbrennerei ist heute ein Museum, ergänzt durch das jüngere Gebäude des Wilhelm-Fabry-Museums.
10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet: Wilhelm-Fabry-Museum und Historische Kornbrennerei.
13 Uhr: Führung, während die Dampfmaschine läuft.


2. Das alte Rathaus, heute Bürgerhaus, 1899 – 1900 mit neugotischer Sandsteinfassade erbaut, hat noch seinen historischen Ratssaal aus der Entstehungszeit, aber ebenso einen großen und modernen Bürgersaal mit Zuschaueremporen im Dachgeschoss.
10 Uhr: einstündige Führung durch den alten und neuen Ratssaal, Treffpunkt: Haupteingang.


3. Der Gewerbepark Süd in der Hofstraße stellt ein vorbildliches Ensemble von historischen und neuzeitlichen Gewerbebauten dar, die zielfältig nutzbar sind.
11 Uhr bis 13.30 Uhr: Ausstellungseröffnung „Arte Povera“ –Sammlung Wolfgang Eilert.
13 Uhr: Präsentation zur Geschichte des Gewerbeparks.


4. Das Kückeshaus aus dem 18. Jahrhundert hat im Laufe seiner Geschichte ebenso viele Wandlungen in der Nutzung und auch in seinem Inneren erfahren. Die Bauweise als Fachwerkhaus zeugt von der damaligen Handwerkskunst.
11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet: Ausstellung zur Geschichte des Hauses.


5. In der Reformationskirche, von Engelbert I. um 1210 erbaute Emporenkirche im romanischen Stil, wird in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf die neue Innengestaltung des Altarraumes und der Beleuchtung des Kirchenraumes gelegt.
11 Uhr: Führung mit Hinblick auf den neuen Altarraum und das neue Beleuchtungskonzept.


6. Die Stadtführung zeigt Umbrüche im Stadtbild – Altes und Neues.
ca. 11.45 Uhr, Treffpunkt: Reformationskirche vor dem Eingang am Kirchturm, Markt 18.

7. Der Erhalt vieler historischer Bauteile im Gebäude Gottschalksmühle gelang unter anderem mit dem Hinzufügen neuer Bauteile wie zum Beispiel des gläsernen Treppenturms.
12 Uhr bis 16 Uhr geöffnet: Führungen nach Bedarf, Kaffee und Kuchen.
14:30 Uhr: Präsentation zur Sanierung des Silos.


8. Das ehemalige Kutscherhaus in der Hofstraße, erbaut um 1900, wird seit vielen Jahren als Künstlerhaus H6 genutzt. Hier sind Ateliers untergebracht.
14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet: Skulpturenpark und einige Ateliers; Gebäck und Getränke.


9. Die katholische Kirche St. Jacobus besteht selbst aus Bauteilen verschiedenen Alters und verschiedener Baustile. Der Untere Teil des Turms besteht noch aus Bruchstein der 1747 erbauten Vorgängerkirche. Ebenso aus diesen Bruchsteinen wurde um 1850 das Pfarrhaus neu errichtet. Die backsteinsichtige Kirche wurde 1881 erbaut. Um 1920 – also zu Zeiten der Bauhausbewegung - wurde die Sakristei angebaut. Diese wurde überwiegend in traditioneller Formensprache errichtet, der Eingang der Sakristei weist jedoch eindeutig Elemente des Bauhausstils auf.
Das Ensemble aus Kirche und Pfarrhaus wurde vor einigen Jahren durch den Neubau des modernen Pfarrzentrums, das „Atrium“, ergänzt. Dieser Neubau zeigt, dass er heute errichtet wurde. Dennoch nimmt er Elemente der Kirche auf, wie die Materialwahl des Backsteins, der zusammen mit der Denkmalbehörde ausgewählt wurde. Auch finden Sie an der Fassade die historischen Figuren des Reichshofs wieder, die im Original wieder eingebaut wurden. Zu besichtigen sind die katholische Kirche und der Neubau des Atriums im Rahmen einer Führung.
15.30 Uhr: Führung durch die Kirche und das neue Pfarrzentrum mit Atrium Treffpunkt: Haupteingang Kirche, Mittelstraße 10.


10. Das AWO-Gebäude „Die Fabrik“, ein Fabrikationsgebäude der ehemaligen Walzengravieranstalt Waldeck und Nacke aus dem Jahr 1852, wurde nach aufwendiger Sanierung und Errichtung eines Anbaus einer neuen, zeitgemäßen Nutzung zugeführt (siehe oben).
16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, mit Imbissangebot.
15 Uhr: Führung durch die sanierten Gebäude.


11. Die Briefmarkenfreunde würdigen das einzige Baudenkmal in Hilden, an dem sich Architekturelemente des Bauhauses wiederfinden, das Wohn- und Geschäftshaus Mittelstraße 72/Ecke Schwanenstraße, mit einem Sonderstempel. 10 Uhr bis 16 Uhr: Sonderstempel der Briefmarkenfreunde, eingebunden in eine entsprechend gestaltete Klappkarte, erhältlich am Eingangsportal des Bürgerhauses


Wie jedes Jahr ist das Programm so zusammengestellt, dass möglichst viel besichtigt werden kann und wenig parallele Veranstaltungen stattfinden.
Möglich wird das große Angebot an Besichtigungen und Führungen in Hilden durch die Teilnehmer des Arbeitskreises Denkmalschutz.


Derzeit haben wir in Hilden 107 Baudenkmäler und 1 Bodendenkmal.

 

- Quelle: Stadt Hilden

- Foto: https://www.freeimages.com/photo/german-sign-for-protected-architecture-1445136 / Smik2002


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