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Samstag, 30. November 2019

Habitatbäume: Mehr als totes Holz

Die Kastanie an der Hitdorfer Rheinstraße beherbergt Wildbienen. Sie wurde jetzt von Ulrich Hammer, stellv. Fachbereichsleiter Stadtgrün, als Habitatbaum gekennzeichnet.

Leverkusen - Wenn abgestorbene Bäume in Leverkusen von ihren Ästen befreit, aber dennoch nicht gefällt werden, hat das einen Sinn: Denn dann sind sie Heimstatt von Vögeln, Insekten, Flechten und Moosen geworden – sogenannte Habitatbäume. Seit kurzem werden sie in Leverkusen mit einer kleinen Plakette markiert. 50 Plaketten wurden bestellt, vier Bäume sind bereits markiert. „Wir wollen damit deutlich machen, dass diese Bäume für die Natur weiterhin wertvoll sind, auch wenn sie keine Blätter mehr treiben“, betont Andrea Deppe, Dezernentin für Planen und Bauen. „Der Fachbereich Stadtgrün entfernt die Äste und prüft, ob der Baumtorso noch standsicher genug ist. Wenn das gegeben ist, bleibt er stehen, damit die darin heimisch gewordenen Arten in ihrem gewohnten Lebensraum bleiben können.“

So haben sich zum Beispiel in der absterbenden Kastanie an der Rheinstraße Wildbienen angesiedelt. In den Höhlen alter Baumstämme können aber auch Brutvögel ihre Nistgelegenheiten finden oder Säugetiere wie der Siebenschläfer oder Fledermäuse ansässig werden. Im Mulm dieser Hohlräume entwickeln sich zudem oft Insektenlarven, was eine gefüllte Speisekammer für Vögel bedeutet. Die im Totholz vorhandenen Nährstoffe sind außerdem eine Nahrungsquelle für Pilze und Bakterien, die das Substrat zu zersetzen beginnen. Was wiederum eine Voraussetzung dafür ist, dass die Insekten vom Holz der Bäume leben können. Denn nur wenige sind in der Lage, frisches Holz zu verdauen.

„Ein Habitatbaum kann als Vorbild für jede Form von Kreislaufwirtschaft dienen“, meint Ulrich Hammer, stellvertretender Fachbereichsleiter Stadtgrün. Zum Habitatbaum wird ein Baum, weil er besondere Strukturen aufweist: Totholz, Stamm- und Rindenverletzungen, Risse, Spalten, Astlöcher, Höhlungen, Blitzrinnen und Stellen mit Saftfluss bieten anderen Arten Schutz und Nahrung. Oftmals sind solche Strukturen an sehr alten, bereits absterbenden Bäumen mit großem Stammdurchmesser zu finden.

Deshalb bleiben auch in Leverkusen einige Bäume stehen, auch wenn sie nur noch aus Totholz bestehen. Solche Bäume werden ab sofort mit einer Plakette markiert und auch im städtischen Baumkataster gekennzeichnet. „Wir kennzeichnen nicht jeden toten Stamm, aber prägnante einzelstehende Hölzer schon. Denn ihr Anblick wirft auch immer wieder Fragen auf“, berichtet Baumkontrolleur Niels Parthey, der die Idee hatte, diese Bäume zu kennzeichnen. Die neuen Plaketten werden jetzt sukzessive an geeigneten Objekten befestigt.

 

- Quelle/Foto: Stadt Leverkusen


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