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Donnerstag, 30. Januar 2020

Mal in Dur und mal in Moll

Siegburg - "Es ist nicht wichtig, welches Lied wir singen, sondern nur, wie wir es singen." Die kurze Zusammenfassung des "Infotainmentblocks", in dem William Wahl den Unterschied zwischen Dur und Moll erklärte und die auf das Leben übertrug, umschreibt auch mit wenigen Worten sein Programm "Wahlgesänge", in dem der Ex-Basta-Sänger, sich selbst am Klavier begleitend, immer den richtigen Ton traf.

Wahl, in St. Augustin aufgewachsen und nach eigenem Bekunden mit vielen Erinnerungen an Siegburg zu seinem Auftritt ins Stadtmuseum gereist, wusste am Freitagabend vor ausverkauftem Haus mal humorvoll, dann nachdenklich und zwischendurch auch sarkastisch zu begeistern. Beschwingt stellte er fest, dass das Leben kein Musical sei, träumte sich an ein ganz besonderes Urlaubsziel ("Wenn Flagranti nicht die Stadt der Ehebrecher ist, warum erwischt man dann so viele in Flagranti?"), besang das Plusquamperfekt und das Schicksal der Helden seiner Kindheit: Cheeta macht Werbung für Trigema, während Tarzan im Dschungelcamp sitzt. Joshua Kadisons Hit "Picture Postcards From LA" übertrug der Ex-Basta-Sänger als "Ansichtskarten aus Berlin" humorvoll ins Deutsche: "Angie schreibt nach 30 Jahren mit einer Postkarte vom Bundeskanzleramt".


Entgegen der eigenen Aussage kann Wahl auch nachdenklich und mit Message. So erzählte er von Völkern, in denen sich die Menschen nicht fotografieren lassen, da sie Angst haben, dass dadurch ihre Seele geraubt wird. "Wenn ich mir heute in Facebook die ganze Selbstinszenierung anschaue, dann glaube ich, dass diese Leute Recht haben!" Er philosophiert über den Zeitgeist. "Früher schaute man beim Rendezvous in die Sterne, heute ins Samsung Galaxy. Unsere Vorfahren brauchten Jahrtausende, um zu verstehen, dass das Weltall unendlich ist. Und wir machen die Erde wieder zu einer Scheibe." Und er gibt allen, die sich den Unterschied zwischen Narzisst und Nazi nicht merken können, eine Eselsbrücke mit auf den Weg: "Der Narzisst ist der mit der Essstörung, der Nazi der mit der SS-Störung."

 

- Quelle/Foto: Stadt Siegburg


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