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Sonntag, 02. Februar 2020

Löwen laufen hinterher

Solingen/Wetzlar - Der Bergische HC zeigt bei der HSG Wetzlar eine solide und kämpferische Leistung, schafft es aber nie, zu seinem besten Spiel zu finden. Zu vielen unnötigen Ballverlusten in der ersten Halbzeit folgten defensive Probleme nach der Pause. Die Gastgeber in der Rittal-Arena agierten clever, warteten geduldig auf ihre Chance und nutzten die sich bietenden Lücken effektiv, um nie ernsthaft in Gefahr zu geraten, die Bundesliga-Partie noch verlieren zu können. Am Schluss hieß es 27:24 (15:13) für die Mittelhessen.

Auch den besseren Start erwischten die Gastgeber. Zwei schnelle Ballgewinne nutzte Kristian Björnsen zur 2:0-Führung. Und auch in der Folge gelang es der HSG, ins Tempospiel zu kommen. Nachdem der Ball beinahe schon wieder verloren gegangen wäre, kam Kristian Nippes beim 1:4-Rückstand noch zum Abschluss und verkürzte auf 2:4. Zwar legten die Löwen durch einen Siebenmeter von Jeffrey Boomhouwer, Max Darj vom Kreis, einen wahrlich gewaltigen Wurf von Fabian Gutbrod und erneut Boomhouwer einen 4:0-Lauf hin, doch im Angriff blieben sie fehlerbehaftet. Zahlreiche Ballverluste machten es den Gastgebern leicht, zu Kontern zu kommen.

Trotzdem war zur Pause mehr drin als ein 13:15-Rückstand. Denn auch der BHC erkämpfte sich durch die Deckung und die eine oder andere Torhüterparade von Christopher Rudeck die Kugel, um den Ball schnell auf die andere Seite zu bringen. Ein grandioser Rudeck-Pass über das gesamte Feld landete in den Armen von Arnor Gunnarsson, der nicht weniger grandios zum 11:10 abschloss. Allerdings verwerteten die Löwen in der Folge nicht alle guten Gelegenheiten. So parierte HSG-Keeper Till Klimpke gleich zwei Gegenstöße, und der eingewechselte Tibor Ivanisevic hielt einen Siebenmeter gegen Jeffrey Boomhouwer. Da Viggo Kristjansson in der Phase vor der Pause sehr gut für die Hausherren traf, musste der BHC einen 13:15-Rückstand aufholen.

Es gelang aber nicht. Die Bergischen blieben dran, kämpften und bissen, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Das lag weniger am Angriff, der über weite Strecken ordentlich - wenn auch nicht überragend - agierte, sondern mehr an der Deckung. Die Gäste verteidigten zwar lange gut, doch Wetzlar schaffte es angeführt von Filip Mirkulovski mit viel Geduld, doch noch zu hochprozentigen Abschlüssen zu kommen. Phasenweise fand Wetzlar auch sehr große Lücken - und nutzte diese weitgehend. 

Rudeck hielt zwar acht Mal, doch auch ihm gelang es nicht, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Das galt für alle Löwen. Im Kollektiv agierte die Mannschaft ordentlich, aber nicht stark. Dazu wuchs kein Spieler individuell über sich hinaus. So schaffte es die HSG, die Bergischen immer auf Distanz zu halten. Spätestens das 27:23 durch Maximilian Holst zwei Minuten vor Schluss bedeutete die Entscheidung gegen Löwen, die sich nicht aufgaben.

Löwengebrüll - die Stimmen zum Spiel
Sebastian Hinze:
„Wir müssen die beiden Halbzeiten für uns getrennt voneinander betrachten. In der ersten haben wir 28 Angriffe auf beiden Seiten. Das kommt unserem Spiel eigentlich sehr entgegen, aber wir machen leider acht technische Fehler, die Wetzlar dann bestraft. Mit einer stabilen Leistung hätten wir eine Chance gehabt, uns Sicherheit in dem Spiel zu holen und eine Führung herauszuarbeiten. Das haben wir nicht geschafft. In der zweiten Halbzeit muss man Wetzlar ein Kompliment machen, wie sie mit der Führung spielen. Filip Mirkulovski gibt uns keinen Ball mehr, steuert das komplett. Er geht immer wieder auch bei passivem Spiel in 2:2-Situationen. In einem Angriff geht er bei noch sechs Pässen sechs Mal ins Eins gegen Eins, und dann macht Wetzlar doch noch das Tor. Das nervt natürlich extrem. Wir laufen dann dem Rückstand hinterher und schließen auch manchmal überhastet ab. Trotzdem ist die zweite Halbzeit deutlich besser im Angriff. Natürlich brauchen wir eine höhere Effektivität, aber auch die gleiche Abwehrdisziplin, die Wetzlar im Angriff gezeigt hat. Wir bekommen bestimmt vier, fünf Gegentore auf den letzten Pass. Da müssen wir lernen, disziplinierter zu agieren.“


Kai Wandschneider: „Es ist uns lange nicht mehr gelungen, den BHC zu schlagen. Ich finde, dass beide Mannschaften ein tolles Handballspiel nach fünf Wochen Spielpause gezeigt haben. Es gab unglaubliches Tempo mit vielen Gegenstoß-Toren aus der ersten und zweiten Welle. In der zweiten Hälfte hat Sebastian Hinze das super analysiert. Natürlich hat uns Filip Mirkulovski wieder angeführt. Erfrischend war, dass wir Viggo Kritjansson bringen konnten, der bei der EM die Hauptrunde gespielt hat. Auch ein großes Kompliment an Kristian Björnsen, der die meisten Spielminuten bei der EM überhaupt hatte. Ich bin froh, wie wir das hinbekommen haben. Das gibt direkt Mut für die nächsten Aufgaben.“


Jörg Föste: „Es ist extrem ärgerlich für uns, weil es vermeidbar war. Wir hatten die Gelegenheiten, das Spiel in unsere Bahnen zu lenken. Das ist uns nicht gelungen. Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen, sind aber zurückgekommen. Wir haben dann zwei frei Abschlüsse verworfen plus Siebenmeter, deshalb gehen wir mit einem Rückstand in die Pause. In der zweiten Halbzeit haben wir eine Phase, in der wir das Spiel drehen können. Es war im Bereich des Machbaren, hier beide Punkte mitzunehmen. Darüberhinaus würde ich als ausschlaggebend werten, dass die Cleverness von Wetzlar - angeführt von Mirkulovski und Schefvert - dafür gesorgt hat, dass wir keinen Ball mehr gewinnen. Darauf sind wir natürlich angewiesen. Insofern ist der Sieg für die HSG Wetzlar auch sehr verdient.“

 

- Quelle: BHC Marketing GmbH

- Foto: Andreas Fischer


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