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Samstag, 28. März 2020

Wissenschaftsteam erforscht Infektionsgeschehen des Corona-Virus in Heinsberg

Düsseldorf - Die Landesregierung hat gemeinsam mit dem Kreis Heinsberg und dem Institut für Virologie an der Universitätsklinik Bonn ein einzigartiges Corona-Forschungsprojekt initiiert. Ab Montag, 30. März 2020, wird der renommierte Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Bonn, Prof. Dr. Hendrik Streeck, mit einem Team von 20 medizinischen studentischen Hilfskräften die Infektionsverläufe im Kreis Heinsberg erforschen: Sein Wissenschaftsteam befragt Patienten, um mögliche Kausalketten mit Vorerkrankungen zu erfassen und hieraus Präventionsempfehlungen für die gesamtdeutsche und europäische Bevölkerung zu generieren.

Ministerpräsident Armin Laschet: „Im Kreis Heinsberg gab es früher als an allen anderen Orten in Deutschland eine Vielzahl von Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Der Kreis Heinsberg ist damit die Erstregion – von hier aus lassen sich wichtige Erkenntnisse für ganz Deutschland ableiten. Der Kreis Heinsberg kann uns als Forschungsbeispiel und Modellregion dienen, wissenschaftlich fundiert herauszufinden, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die Bürgerinnen und Bürger optimal zu schützen und gleichzeitig zu ergründen, welche der ergriffenen Maßnahmen und tiefen Einschnitte in das Leben der Bürger weiterhin virologisch und epidemiologisch sinnvoll sind – und welche nicht.“
 
Im Kreis Heinsberg waren die ersten Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen aufgetreten. Der Kreis gilt mit dem bisher größten Cluster an Infizierten als „Epizentrum“ in Deutschland. Die Verläufe des Infektionsgeschehens dort können Antworten und Erkenntnisse für ganz Deutschland liefern. Der renommierte Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Bonn, Prof. Dr. Hendrik Streeck, wird daher mit einem Team von 20 medizinischen studentischen Hilfskräften die Infektionsverläufe in dem Kreis erforschen. An der Studienplanung und -durchführung sind weitere namenhafte Forscher beteiligt, wie der Leiter des Instituts für Hygiene, Prof. Dr. Martin Exner, und Leibnizpreisträger Prof. Dr. Gunther Hartmann, der mit dem Exzellenzcluster „ImmunoSensation2“ logistisch die Studie unterstützt.
 
Das Forschungsprojekt soll bereits am Montag, 30. März 2020, beginnen und ist für einen Zeitraum von vier Wochen angelegt. Die Arbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Heinsberg und dem Landrat des Kreises, Stephan Pusch. Die Landesregierung finanziert die Studie „Covid-19 Case-Cluster-Study“.
 
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Die Initiative von Prof. Streeck hat mich überzeugt. Daher habe ich ihm unsere Unterstützung gerne zugesagt. Durch die Studie erhoffen wir uns neue und zusätzliche Erkenntnisse über das Virus, um die weitere Verbreitung zumindest einzudämmen. Für unsere medizinischen Einrichtungen erhoffen wir uns Aufschluss darüber, die Hygiene- und Desinfizierungsmaßnahmen optimieren zu können.“
 
Professor Dr. Hendrik Streeck: „In dieser Situation sehe ich die Aufgabe der Wissenschaft schnell Fakten zu schaffen. Der Kreis Heinsberg stellt eine ideale Situation dar, Antworten für den Rest von Deutschland zu finden.“
 
Landrat Stephan Pusch: „Ich freue mich darüber, dass wir nun helfen können aufzuklären, wie eine Normalisierung des Alltags von Menschen in ganz Deutschland möglich werden kann.“

Die Studie „Covid-19 Case-Cluster-Study“ – Ziele und Vorgehen
 
Ziele der Studie „Covid-19 Case-Cluster-Study“ sind unter anderem die Bestimmung der „Dunkelziffer“ von SARSCoV2-Infizierten und derjenigen, die bereits eine Infektion durchgemacht haben, um so eine vollständige Erhebung der Belastung des Kreises Heinsberg mit SARS-CoV-19 zu schaffen. Dazu erfolgt unter anderem die Befragung und Erfassung der bereits bestätigten Fälle sowie derer in häuslicher Gemeinschaft in Quarantäne lebender Familienmitglieder.
 
Durch virologische Diagnostik, auch des Lebensumfeldes, sowie mittels einer Fragebogenstudie soll bewertet werden, inwieweit die durchgeführten Tests richtig waren und wie sich das Virus über Luft, über Oberflächen, Bedarfsgegenstände, Lebensmittel und Wasser gegebenenfalls übertragen kann. Zusätzlich sollen die Probanden im Hinblick auf Vorerkrankungen und Kausalketten (Reise, Nahrung, Tierkontakt) befragt werden, um hieraus Präventionsempfehlungen für die gesamtdeutsche und europäische Bevölkerung zu generieren.

 

- Quelle: Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

- Foto: Land NRW / Uta Wagner

Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen


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