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Mittwoch, 24. Juni 2020

Hauptfeuer- und Rettungswache an der Edith-Weyde-Straße: Feuerwehr zieht ein

Oberbürgermeister Uwe Richrath (mit Baudezernentin Andrea Deppe und Hermann Greven, Leiter der Feuerwehr v.l.) öffnete symbolisch die Schranke …

Leverkusen - Vier Jahre nachdem der Vertrag zum Neubau der Hauptfeuer- und Rettungswache unterzeichnet wurde, zieht die Feuerwehr nun in das neue Gebäude um. Schon Ende Mai liefen die ersten vorbereitenden Maßnahmen, in der Woche nach Pfingsten zogen das Sachgebiet Einsatzplanung, die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule sowie Teile des Sachgebietes Technik um. Sukzessive folgten die übrigen Sachgebiete. Am Mittwoch, 24. Juni, wechseln der Leiter der Feuerwehr sowie der Einsatzdienst mit allen Einsatzfahrzeugen den Standort. Wenn alle Einheiten am neuen Standort gut eingespielt sind, wird die Leitstelle voraussichtlich in der zweiten Juliwoche in Betrieb genommen und die Freiwillige Feuerwehr Wiesdorf zieht ein.

„Mit der neuen Hauptfeuerwache an der Edith-Weyde-Straße bekommt die Stadt Leverkusen einen Gebäudekomplex, der alles bietet, was die schwere und riskante Arbeit der Einsatzkräfte leichter macht“, betont Oberbürgermeister Uwe Richrath. Die neue Feuer- und Rettungswache an der Edith-Weyde-Straße bietet Platz für 50 Brandschutzfahrzeuge und Abrollbehälter sowie sieben Fahrzeuge des Rettungsdienstes. In direkter Nähe zur Leitstelle befinden sich informationstechnisch gut ausgestatte Einrichtungen für Feuerwehreinsatzleitung und Krisenstab.

Weitere Räumlichkeiten bieten moderne Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung der gesamten Feuerwehr. Dazu gehören etwa ein gasbetriebenes Brandübungshaus, in dem viele Szenarien der Brand- und Rauchentwicklung simuliert werden können. Darüber hinaus bietet die neue Feuer- und Rettungswache wieder eine eigene Atemschutzübungsstrecke, Werkstätten sowie Einrichtungen zur ordnungsgemäßen Desinfektion der Fahrzeuge. Angesichts der Corona-Pandemie war der Rettungsdienst deshalb bereits im März dorthin verlegt worden.  

Baudezernentin Andrea Deppe führt aus: „Nach und nach wurden jetzt die unterschiedlichen Funktionsbereiche umgezogen. Das musste akribisch geplant werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu jeder Zeit zu gewährleisten. Damit das funktioniert, haben die Fachbereiche meines Dezernats, vor allem die Gebäudewirtschaft und die Feuerwehr sehr intensiv zusammengearbeitet und viel geleistet.“

Ganz neu möbliert sind die Ruhe- und Pausenräume sowie eine Küche. Da eine Feuerwehr rund um die Uhr besetzt sein muss, gehören auch sie zur Ausstattung. Etwa 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden nun eine zeitgemäße Unterbringung. Ihre Zahl kann im Bedarfsfall noch aufgestockt werden. Fitnessgeräte und Sporthalle bietet die neue Wache ebenfalls. Diese dienen allerdings nicht der Freizeitgestaltung, sondern dem Training der körperlichen Leistungsfähigkeit. Bei Feuerwehrleuten ist das Teil der beruflichen Qualifikation und Sport steht auf dem Dienstplan.

Verzögerungen beim Umzug: Sicherheit ging vor
Ursprünglich war der Umzug in die neue Hauptfeuerwache für den Sommer 2019 geplant und tatsächlich war das Gebäude an der Edith-Weyde-Straße bereits vor einem Jahr in weiten Teilen baulich fertiggestellt. Der Umzug musste jedoch verschoben werden, weil die Haustechnik, vor allem aber die Technik in der Leitstelle noch nicht störungsfrei funktionierten. Da die Leitstellentechnik nicht nur mit allen anderen Feuer- und Rettungswachen in Leverkusen, sondern auch mit allen Gebäudeteilen der Hauptwache und ihren technischen Ausrüstungen verknüpft wird, musste sichergestellt werden, dass alles selbst unter Maximalbelastung perfekt ineinandergreift.

Im Probebetrieb wurde mehrfach getestet und immer wieder feinjustiert. Dabei wurden alle Funktionsabläufe von der Notrufannahme bis zum Ausrücken getestet – und zwar in vielen denkbaren Szenarien, etwa, wenn viele Notrufe gleichzeitig eingehen. Ein vollständiger, reibungsloser Probebetrieb, der in jedem Fall die gesetzlich vorgegebene Ausrückzeit gewährleistet, ist die Voraussetzung, um alle Funktionen vom bisherigen Standort der Hauptfeuer und Rettungswache an der Stixchesstraße umzuschalten und die neue Feuerwache vollständig in Betrieb zu nehmen. Das wird voraussichtlich am 8. Juli der Fall sein.

Hauptfeuer- und Rettungswache ersetzt einfache Unterbringung an der Stixchesstraße
Die neue Feuerwache ersetzt den bisherigen Standort der Hauptwache an der Stixchesstraße und die Wache des Ortslöschzuges Wiesdorf der Freiwilligen Feuerwehr an der Moskauer Straße. Besonders die im Jahr 1970 bezogene Hauptwache an der Stixchesstraße hatte schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Berufsfeuerwehr entsprochen. Bereits 2011 war daher das erste Raumprogramm für eine mögliche neue Wache erarbeitet worden. 2013 erfolgte der grundsätzliche Ratsbeschluss zur Ausschreibung des Neubaus am künftigen Standort Edith-Weyde-Straße und Verwirklichung in einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Nach dem Abschluss des Vergabeverfahrens fasste der Rat der Stadt Leverkusen in seiner Sitzung am 27. Juni 2016 schließlich einstimmig den Vergabebeschluss zum Neubau der Hauptfeuer- und Rettungswache. Einen Tag später wurden die Verträge unterzeichnet. Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro Gatermann und Schossig Bauplanungsgesellschaft mbH & Co. KG. Die Baukosten des Gebäudes liegen bei 49 Millionen Euro. Mit Bau und Betrieb der neuen Feuerwache auf dem Gelände der ehemaligen Bayer-Parkplätze wurde die Firma Madora GmbH & Co. KG beauftragt. Verwirklicht wird das Projekt als Lebenszyklus-Modell auf 25 Jahre. Der nach den Vorgaben des Innenministeriums zu erstellende Wirtschaftlichkeitsvergleich hatte einen Wirtschaftlichkeitsvorteil in Höhe von 15 Prozent gegenüber einem konventionellen Eigenbau ergeben. Zur Finanzierung für Bau und Betrieb werden jährlich rund 3,9 Millionen Euro bereitgestellt.

 

- Quelle/Foto: Stadt Leverkusen


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