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Freitag, 26. Juni 2020

Entsiegelung von Schulhofflächen in Düsseldorf

Düsseldorf - Die Bürgerstiftung Düsseldorf setzt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Düsseldorf ein Zeichen für Nachhaltigkeit. In den nächsten
Monaten werden daher an mehr als einem Dutzend Düsseldorfer Schulen versiegelte
Flächen wie Beton- oder Steinböden abgetragen, also entsiegelt, und gemeinsam mit den Kindern und Lehrkräften in blühende Insektenwiesen und naturnahe Flächen umgewandelt. Entsiegelung liefert nämlich nicht nur einen Beitrag zum Bodenschutz, sondern fördert auch die Lebens- und Wohnqualität. Durch die Verdunstung des Wassers verbessert sich das Kleinklima im Wohnviertel. So können insbesondere in den stark verdichteten Innenbereichen deutliche Verbesserungen des Stadtklimas erreicht werden. Zudem werden durch Entsiegelung die Voraussetzungen für neue Vegetationsflächen geschaffen. Die Umwandlung toter Flächen in Vegetationszonen, beispielsweise Wildblumenwiesen, kommt somit auch der Insektenvielfalt zugute.


„Viele Schulhöfe sind graue trostlose Flächen. Wir möchten nun gemeinsam mit den
Kindern die Natur zurück in die Stadt holen, denn mithilfe dieses Projekts erfahren
die Schüler nicht nur viel über Insekten, Obst und Gemüse, sondern lernen
gleichzeitig, ihre Umwelt zu schützen“, erläutert Sabine Tüllmann,
Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung.


Somit sollen die Düsseldorfer Schulhöfe für alle Beteiligten zukünftig schönere Orte
für Pausen und Entspannung werden. Mithilfe spezieller hierfür erarbeiteter
Workshops wird insbesondere den Kindern das Bewusstsein für Umwelt und Natur
nahegebracht. Grüne Klassenzimmer werden genauso entstehen wie Rasenflächen
aus strapazierfähigen Gräsern, die sich als Spiel- und Bewegungsflächen eignen,
sowie Barfußpfade oder Gemüse- und Obstgärten. Um dieses innovative Projekt, das zukunftsweisend für viele andere Städte sein kann, vorzustellen, kamen die
Initiatoren heute an der St. Michael-Schule am Kempgensweg zusammen – genau
dort wurde nämlich bereits mit den ersten Maßnahmen für eine solche Entsiegelung
begonnen.


Eine Million Euro für Kinder, Lehrkräfte und die Umwelt

Das Projekt wurde von der Bürgerstiftung Düsseldorf initiiert, die mit finanzieller
Unterstützung (Traumtaler) der Deutschen Postcode Lotterie 500.000 Euro
bereitstellt. „Als Soziallotterie setzen wir uns deutschlandweit für Mensch und Natur
ein. Daher sind wir sehr stolz, dass der diesjährige Traumtaler das Projekt
‚Lebendige Schulhöfe‘ unterstützt, da es beides miteinander vereint. Statt
Betonwüsten werden auf Schulhöfen gemeinsam von Schülern und Lehrern
Grünflächen, Insektenplätze und Obstgärten geschaffen. Das Projekt ist ein Vorbild
für grünere Städte in ganz Deutschland. Darum freuen wir uns, es dank unserer
Teilnehmer mit einer halben Million Euro fördern zu können“, erklärt die
Geschäftsführerin der Deutschen Postcode Lotterie, Annemiek Hoogenboom.

 

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche hat weitere 500.000 Euro aus dem städtischen
Haushalt zugesagt, sodass insgesamt eine Million Euro zur Verfügung stehen –
ausreichende Mittel, um einige tausend Quadratmeter entsiegeln zu können. „Schule
bedeutet nicht nur reine Wissensvermittlung. Mindestens genauso wichtig ist es,
Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, ein Bewusstsein für Normen und
Werte, soziales Miteinander und Verantwortung zu entwickeln. Das Projekt der
„Entsiegelung von Flächen" und die damit einhergehenden Effekte und Ziele wie
„Bodenschutz", „Klimaverbesserung", „Insekten- und Artenvielfalt" sowie
"Umweltschutz" setzen genau dort an und sorgen dafür, dass Schülerinnen und
Schüler unserer Stadt einen immensen Mehrwert des Schullebens und des Lernens
erleben können. Mein herzlicher Dank gilt der Deutschen Postcode Lotterie, die das
Projekt mit ihrer großzügigen Förderung unterstützt. Die 500.000 Euro sind ein toller Beitrag und es ist mir eine Ehre und Freude, dass auch wir als Stadt das Vorhaben mit der gleichen Summe fördern“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.


Dass mehrere Schritte notwendig sind, um eine Fläche in dieser Form
umzugestalten, versteht sich von selbst. Zunächst müssen der Beton und
möglicherweise weitere Schichten abgetragen werden. Danach sind unterschiedliche
Nutzungsvarianten, beispielsweise eine Insektenwiese, möglich. An den
verschiedenen Schulstandorten wird stets individuell gestaltet, sodass jede
entsiegelte Fläche einzigartig sein wird.

 

- Quelle: BürgerStiftung Düsseldorf

- Foto: http://www.freeimages.com/photo/bee-on-flower-1494750 / Emily Bronze


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